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Meine Stadt Kita-Kompromiss: Gesicht gewahrt
Hannover Meine Stadt Kita-Kompromiss: Gesicht gewahrt
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00:18 03.10.2015
Quelle: dpa
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Hannover

Eltern können aufatmen. Neue Streiks in städtischen Kitas sind so gut wie ausgeschlossen. Natürlich fehlt noch die Zustimmung der Basis für die kommunalen Sozial- und Erziehungsdienstberufe. Aber keine Sorge: Das wird schon. Auch wenn dieses Ergebnis unterm Strich nur neun Millionen mehr kostet, 315 statt 306 Millionen Euro also.

Kann es wirklich gerechtere Bezahlung zu einem so geringen Mehrpreis geben? Jein. Bei diesem Kompromiss haben beide Seiten ihr Gesicht gewahrt, allen den Streik erspart, den nun wirklich niemand mehr wollte, und gleichzeitig für die Zukunft Wichtiges geschaffen: Von dem ausgehandelten Kompromiss profitieren vor allem die Berufsanfänger. Was ihnen der Schlichterspruch als Plus gebracht hätte, fällt doppelt oder gar dreifach so hoch aus. Statt 33 eben 98 Euro.

Als Erzieher oder Sozialarbeiter tätig zu sein, wird damit attraktiver. Das ist dringend nötig, denn mit der Zuwanderung in diesem Lande klarzukommen, bedeutet weitaus mehr, als Flüchtlinge bloß mit Wohnraum und Lebensmitteln zu versorgen oder den Städten das Geld dafür zur Verfügung zu stellen. Ohne Sozialarbeit, aber auch ohne ehrenamtliches Engagement ist Integration nicht möglich. Und das wäre, wenn man es rein finanziell betrachtet, folgenschwerer als diese neun Millionen Euro.

So gesehen ist der Tarifkompromiss ein unausweichlicher Schritt. Spätestens dann, wenn er in fünf Jahren ausläuft, werden ihm weitere folgen müssen. In Kitas, in der Jugend- und Behindertenhilfe, in der Sozialarbeit leisten meist Frauen enormen Einsatz für die Gesellschaft. Sie müssen dafür endlich Wertschätzung und Anerkennung erfahren.

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