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Meine Stadt Krippe: Stadt will Geschwisterbeitrag erhöhen
Hannover Meine Stadt Krippe: Stadt will Geschwisterbeitrag erhöhen
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00:21 27.09.2018
NEUREGELUNG: In Hannover sollen Geschwisterkinder künftig den vollen statt den halben Beitragssatz zahlen, wenn der Bruder oder die Schwester jetzt beitragsfrei sind. Quelle: dpa
HANNOVER

Seit dem 1. August gibt es beitragsfreie Kindergartenplätze für Kinder ab drei Jahren in Niedersachsen – auf den ersten Blick eine spürbare finanziellen Entlastung für die Eltern. Allerdings wird sich das in Hannover offenbar bei einigen gar nicht so deutlich auf den Geldbeutel auswirken. Zumindest nicht bei Eltern oder Alleinerziehenden, die neben einem Kita-Kind auch noch ein Kind in der Krippe haben.

Denn die Stadt plant, die Geschwisterregelung zukünftig neu zu organisieren. Bisher galt, dass das zweite Kind nur die Hälfte des Beitrags zahlt, wenn das ältere Kind bereits in der Kita ist. Nun aber soll das Geschwisterkind – wenn es in die Krippe geht – voll zahlen, wenn das ältere Geschwisterkind seit dem 1.August beitragsfrei ist. Und zwar so lange, bis es selbst in die Kita kommt –und ab drei Jahren dann ebenfalls unter die Beitragsfreiheit fällt.

„Von einem Betrag, der nicht gezahlt wird, können wir nicht die Hälfte reduzieren. Das ist die Logik der Verwaltung“, sagte Jugend-Dezernentin Rita Maria Rzyski im Jugendhilfeausschuss. Dort wurde die geplante Regelung allerdings von den Grünen in die Fraktion gezogen und wird jetzt erst in vier Wochen zur nächsten Sitzung verabschiedet.

Doch weil sich eine Mutter in der Bürgerfragestunde am Beginn der Sitzung nach der neuen Geschwisterregelung erkundigte, und dabei kritisierte, dass Eltern mit mehreren Kindern künftig benachteiligt seien, gab die Dezernentin ein paar Ausführungen. „Auch mit der angepassten Geschwisterregelung ist gewährleistet, dass alle Familien, die zwei oder mehr Kinder in Kindergarten und Krippe betreuen lassen, eine deutlich entlastende Wirkung spüren werden. Im Durchschnitt bezahlen diese Familien, ausgehend von der höchsten Beitragsstufe, etwa 150 Euro weniger Betreuungskosten als vor der Beitragsfreiheit“, so Rzyski. Alle Eltern stünden somit besser dar als vor der Beitragsfreiheit.

Nach ihren Schilderungen rechnet die Stadt im Bereich der Kindertagesbetreuung mit Mindereinnahmen von 1,6 Millionen Euro für 2019 und zwei Millionen Euro für 2020, da die erhöhte Landesförderung den Wegfall der Elternbeiträge nicht ausgleichen werde. Die Landesschulbehörde gewährt den Trägern der Kindertagestätten jetzt eine Finanzhilfe zu den Personalkosten von 55 Prozent (bislang 20 Prozent), der sich pro Kindergartenjahr um einen Prozentpunkt erhöht bis schließlich 58 Prozent ab dem Kindergartenjahr 2021/22. „Das reicht aber nicht aus, um die Kosten auszugleichen“, so Rzyski.

Unberührt von der Neuregelung bleibt die bisherige Regelung, dass das dritte Kind grundsätzlich beitragsfrei ist. Ebenso müssen Eltern weiterhin für ein Mittagessen Essengeld entrichten – unabhängig von der Beitragsfreiheit.

Von Andreas Voigt

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