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MISSBRAUCHSPROZESS: Harry S. (mit seinen Anwälten Ralf Schönauer, rechts, und Moritz Bode) erklärte, wie er die Opfer betäubt hat.

MISSBRAUCHSPROZESS: Harry S. (mit seinen Anwälten Ralf Schönauer, rechts, und Moritz Bode) erklärte, wie er die Opfer betäubt hat.© Karl-Josef Hildenbrand

Justiz

Kinderarzt betäubte Opfer mit Pillen aus Notfallkoffer

Tag zwei im Prozess gegen den pädophilen Kinderarzt Harry S. (40): Der ehemalige MHH-Mediziner schilderte am Dienstag vor dem Landgericht Augsburg, wie er sein Fachwissen nutzte, um Jungen sexuell zu missbrauchen.

Augsburg/Hannover. Er habe die Kinder betäubt, bevor er sich an ihnen verging. So war es auch bei Jayden F. (6). Der Angeklagte hatte am Montag bei Prozessauftakt (NP berichtete) zugegeben, sich an dem Jungen aus Berenbostel (Garbsen) am 18. August 2014 vergangen zu haben. Weitere 20 Kinder fielen dem 40-Jährigen seit 1996 in Augsburg, Nürnberg, München und Hannover zum Opfer.

Der 5. Februar 2008: Der Kinderarzt war während eines Ausflugs zusammen mit einer Frau, zu er eine platonische Beziehung hatte, und ihren beiden Söhnen in einem Hotel in Nürnberg abgestiegen. Mit dem Zehnjährigen der alleinerziehenden Bekannten teilte sich der Arzt ein Doppelzimmer. Nachts schlich er sich zu seinem BMW, in dem sich ein Notfallkoffer befand. Den hatte er bei sich, weil er in seiner Freizeit als ehrenamtlicher Arzt für das DRK in Augsburg tätig war. Aus diesem Koffer nahm der Arzt eine Beruhigungstablette und gab sie dem Zehnjährigen. Dann verging er sich an dem Jungen und machte mit seinem Handy Aufnahmen vom Intimbereich des Kindes. Auch vom Missbrauch fertigte er Fotos von sich und dem Opfer an. Ein nahezu identisches Verbrechen an dem Schüler beging der 40-Jährige bei einer weiteren Reise am 28. Juli 2008.

Die Polizei hat bei einer Durchsuchung die Fotos gefunden. Der damals betäubte Geschädigte erfuhr dadurch erst im vergangenen Jahr, dass er von dem Arzt sexuell missbraucht worden war. Der Angeklagte war früher einmal der Ersatzvater für ihn gewesen.

Der Arzt räumte am Montag alle Vorwürfe der Anklage ein. Damit will er, der nach seiner Verhaftung im Oktober 2014 von der MHH gefeuert worden war, zeigen, dass er sich mit den Verbrechen auseinandergesetzt hat. Und er will den Opfern die Aussagen vor Gericht ersparen. Von der Prognose der Richter hängt es ab, ob für den 40-Jährigen zusätzlich zu einer Freiheitsstrafe eine Sicherungsverwahrung angeordnet wird.

Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.

Britta Mahrholz


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