Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Keine Wache für Obdachlose in Hannover
Hannover Meine Stadt Keine Wache für Obdachlose in Hannover
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 19.04.2018
HILFE: Die ehemalige Schule an der Wörthstraße dient als Unterkunft für Obdachlose und Flüchtlinge. Quelle: Foto: Archiv
Anzeige
Hannover

 Tut die Stadt zu wenig, um die Akzeptanz von Unterkünften bei den Obdachlosen zu erhöhen? Ja, sagt die CDU, und hat gestern im Sozialausschuss den Vorschlag unterbreitet, Obdachlosenunterkünfte für Betroffene attraktiver zu machen: Durch Vorkehrungen wie Sicherheitspersonal und abschließbare Schränke, um das eigene Hab und Gut gegen Diebstahl zu sichern.

„Es ist keine neue Erkenntnis, dass viele, viele Menschen in Hannover auf der Straße leben und Unterkünfte aus Angst vor Repressalien nicht aufsuchen“, so Hannes Hellmann, sozialpolitischer Sprecher der CDU. Deshalb brauche man ein Konzept, um Abhilfe zu schaffen wie etwa einen Sicherheitsdienst und abschließbare Schränke.

Dass dies tatsächlich nötig zu sein scheint, verdeutlichen die Ausführungen einer Hannoveranerin, die sich in der Bürgerfragestunde zu Wort meldete, und nach eigenen Angaben über ein Jahr in einer Obdachlosenunterkunft gelebt und diese Zeit nur sehr schwer ertragen habe. „Dort leben zu müssen, ist unwürdig“, so die Frau. Auch eindeutigen Angeboten von Männern habe sie sich wiederholt erwehren müssen. Die Frau war in den Ausschuss gekommen, um sich nach dem Verbleib eines Schreibens an die Sozialdezernentin wegen ihrer Situation zu erkundigen.

Sicherheits- und Aufsichtspersonal für die Unterkünfte – bei der Ampelgruppe stieß diese Idee trotzdem auf Ablehnung. „Zum Thema Obdachlosenunterkünfte erarbeitet die Verwaltung Vorschläge zur Verbesserung der Situation, die wollen wir abwarten“, sagte Grünen-Sozialexpertin Katrin Langensiepen. FDP-Mann Patrick Döring warnte zudem vor Zerrbildern, als ob die Stadt wissentlich und willentlich nichts für Obdachlose tue. „Es gibt keine einfache Patentlösung“, so Döring. Die Situation in einem Gesamtbild darzustellen, sei der richtige Weg.

Von andreas voigt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige