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OHNE TURM: Der Neubau der evangelischen Kirche an der Vahrenwalder Straße. Auch die katholische Kirche, die derzeit in Altwarmbüchen gebaut wird, muss ohne Turm auskommen (rechts).Foto: Petrow

OHNE TURM: Der Neubau der evangelischen Kirche an der Vahrenwalder Straße. Auch die katholische Kirche, die derzeit in Altwarmbüchen gebaut wird, muss ohne Turm auskommen (rechts).
Foto: Petrow

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Neubau

Kein Geld: Kirche ohne Kirchturm

Eine Kirche ohne Glocken? Immer wieder verzichten Gotteshäuser auf den Kirchturm - unter anderem, um Kosten zu sparen.

isernhagen. Der erste Spatenstich ist gemacht. Bald wird die neue katholische Kirche, die in Altwarmbüchen gebaut wird, sichtbar in die Höhe wachsen. Allerdings nicht so hoch, wie man es von den meisten Gotteshäusern gewohnt ist. Denn sie muss ohne Turm auskommen. Nicht einmal Glocken wird sie haben.

Wer es in Altwarmbüchen in Zukunft pünktlich zur Messe schaffen will, wird sich auf seine Uhr verlassen müssen. „Ein Turm war eigentlich erwünscht. Es ist aber am Platz und am Geld gescheitert“, erklärt der katholische Propst Martin Tenge. Ein Glockenturm hätte gleich „mehrere hunderttausend Euro mehr gekostet“.

Geld, das die Gemeinde lieber in einen modernen Bau stecken wollte, in dem sich die Raumgrößen flexibel dem Bedarf anpassen lassen. Der soll auch nicht nur Kirche sein, sondern gleichzeitig Pfarrheim und Pfarrbüro. Rund 1,8 Millionen Euro wird das alles kosten - auch ohne Turm.

Über Jahrhunderte wäre das jedoch undenkbar gewesen. Der Turm stand nicht nur für die herausragende Bedeutung der Kirche, sondern galt vielen auch als Finger Gottes, der in den Himmel zeigt.

„Aus theologischer Sicht ist ein Turm nicht notwendig“, sagt Tenge. In Hannover sei nach dem Krieg zum Beispiel die Christophoruskirche in Stöcken, die zu Gunsten von Wohnungen abgerissen wird, ohne Turm gebaut worden.

Auch der Neubau der evangelischen Kirche an der Vahrenwalder Straße in Hannover muss ohne Turm auskommen. Für Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann ist das jedoch „keine neue Entwicklung“. In den 1960er und 1970er Jahren seien eine Reihe evangelischer Kirchen ohne Turm entstanden. Statt repräsentativer, weithin sichtbarer Bauten seien Gemeindezentren errichtet worden, „in denen das Zusammenkommen im Mittelpunkt stand“, erklärt Heinemann.

Dass in Vahrenwald kein Turm gebaut wurde, liege aber auch daran, dass die Extrakosten dafür wohl schwer zu vermitteln gewesen wären „in Zeiten, in denen wir Personal wegkürzen müssen.“

Zum Gottesdienst geläutet wird auch in Vahrenwald derzeit nicht. Das allerdings soll sich noch ändern. Glocken und auch eine Glockenkammer dazu gibt es bereits. Für den Bau des rund 30 000 Euro teuren Glockenstuhls fehlte aber zunächst das Geld.


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