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VOR DEM ANSTURM: Gastronomie-Chef Norbert Claßen im Rathaus-Kasino. Um 12 Uhr hat sein Team schon 300 Currywürste verkauft.

VOR DEM ANSTURM: Gastronomie-Chef Norbert Claßen im Rathaus-Kasino. Um 12 Uhr hat sein Team schon 300 Currywürste verkauft.
© Wilde

Rathaus-Essen wird für Gäste bald teurer

Kasino ist beliebtester Rathaus-Ort

Betriebsverpflegung – klingt öde, hat aber im Rathaus Kultstatus. Von den gut 800 Menschen, die täglich ins Kasino im Keller kommen, sind 40 Prozent auswärtige Gäste. Von September an müssen sie ein bisschen mehr zahlen.

Hannover. Einheimische, Zugezogene und Touristen halten das Neue Rathaus für das Kleinod der Stadt. Aber was ist das Schönste dran? Der Schrägaufzug, die prunkvollen Säle, die gewaltige Kuppel? Fände eine Abstimmung mit Füßen statt, fiele die Wahl der meisten wahrscheinlich auf das Kasino. Mehr als 800 Menschen kehren täglich im Kellergewölbe ein.

Zu den gängigen blöden Beamtenwitzen gehört dieser: „ Fragt ein Beamter um 11.30 Uhr seinen Kollegen: ’Kommst du mit zum Mittagessen oder schläfst du heute durch?’ Spott beiseite. Im hannoverschen Rathaus schläft niemand, und wenn die Mitarbeiter schon um 11.30 Uhr zum Essen liegt das daran, dass sie nur dann sicher sein können, wirklich Platz zu finden.

Bis 12.30 Uhr gehört der Treffpunkt unter dem Backsteingewölbe ausschließlich den Beschäftigten der Stadt. Danach, bis 14 Uhr, steht er allen Bürgern offen. Derzeit bezahlen sie für die Gerichte denselben Preis. Gastronomie-Chef Norbert Claßen verzichtet auf jegliche Werbung – und staunt oft über die langen Schlangen vor der Essensausgabe und den Kassen.

„Wir haben uns vor Jahren dazu entschieden, ein offenes Haus zu sein“, berichtet Bereichsleiter Carsten Kölle. Als die Nachfrage der externen Besucher so groß geworden war, dass die eigenen Mitarbeiter kaum Platz fanden, habe man die Terminspannen eingeführt. Erstmals kontrolliert ein Mitarbeiter in diesen Sommerferien, ob die Zeiten wirklich eingehalten werden.

Was fünf Köche, acht Küchenhilfe und zehn Auszubildende zubereiten, kommt gut an. 80 verschiedene Gerichte gibt es im Monat. Zusätzlich zu den Kasino-Mittagessen liefern Fahrer mehr als 100 Gerichte außer Haus an Mitarbeiter aus.

Ab September wird sich vieles ändern. Karin Gödecke, Chefin des Gesamtpersonalrats, sieht wegen der Platzprobleme Handlungsbedarf. Im Zuge der Haushaltskonsolidierung hatte der Rat beschlossen, die Gastronomiepreise für Besucher anzuheben. „Sie werden dann um etwa zehn Prozent steigen“, so Kölle.

Doch erst mal muss die Verwaltung umbauen. Künftig soll es zwei Kassen mit Kartenzahlung und eine Barkasse geben. Wo die Karten bestückt werden können, entscheidet mit der Denkmalschutz.

Egal, wie bezahlt wird oder ob das Essen die 40 Prozent auswärtiger Besucher bald ein bisschen mehr kostet – Karin Gödecke ist sicher: „Die Nachfrage bleibt.“ Für gute regionale und vielfältige Küche sei das Kasino top. Die Gäste loben Qualität und Preis. Heute gibt es beispielsweise Rindergulasch oder in Kokosmilch gegartes Fischfilet zu 3,60 und 3,80 Euro plus Beilagen zu 85 und 95 Cent.

Von Vera König


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