Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Kaltenweide will den Zaun
Hannover Meine Stadt Kaltenweide will den Zaun
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 13.04.2013
BLUMEN: An der Unfallstelle gedenken Anwohner des 15-Jährigen.
Anzeige
Hannover

Nur reden hilft da nicht, ist Simone Beringer sicher: „Als Mutter kann ich doch immer wieder erzählen, dass es gefährlich ist, über die Gleise zu laufen. Wenn das ein paar Jugendliche machen und die anderen sehen, dass das gutgeht, da kann ich mir den Mund fusselig reden.“ Gestern trafen sich einige Kaltenweider an der Stelle, wo am Sonntag ein 15-Jähriger von einem Erixx-Regionalzug erfasst und getötet worden war (NP berichtete). Im Gras sieht man den Trampelpfad vom Fahrradständer – er war offensichtlich nicht der Erste, der neben dem Bahnsteig die Gleise überquerte. Die Kaltenweider fordern: Es muss endlich ein Zaun her. „Nur zehn Meter würden an dieser Stelle schon reichen, dann wäre es uninteressant“, sagt Beringer. Dann könnte man genauso schnell die Unterführung benutzen.

Das Problem: Das Gelände gehört der Bahn. Und die will keinen Zaun errichten und weist darauf hin, dass es verboten ist, das Gleisbett zu betreten. Auch viele Außenstehende sind der Meinung, dass es Sache der Eltern ist, den Kindern beizubringen, nicht über die Gleise zu laufen.

Markus Villwock, Vorsitzender des Vereins „Bürger für Kaltenweide“, findet das ein schlechtes Argument. „Wollen wir die Kinder dafür bluten lassen, wenn die Eltern es ihnen nicht richtig beibringen?“, fragt er empört. Er ist sicher, das Geld für den Zaun würden die Kaltenweider auch allein aufbringen, mit Spendern und Sponsoren. Dann bräuchte man nur noch die Erlaubnis der Bahn, auf ihrem Grund zu bauen. Die Bahn bleibt aber kritisch. „Auf unserem Grund und Boden lehnen wir das ab“, sagt Sprecher Egbert Meyer-Lovis. Die Frage der Instandhaltung sei ungeklärt. Auch die Lokalpolitik ist sich weitgehend einig, dass etwas passieren muss. „Das ist eben kein üblicher Streckenabschnitt“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende im Langenhagener Stadtrat, Mirko Heuer. Die Fraktionsvorsitzende der SPD im Kaltenweider Ortsrat schlägt vor, die geplante Lärmschutzwand zu verlängern: „Das wäre am stabilsten, ist aber mit immensen Kosten verbunden.“ Und ihr Koalitionspartner von den?Grünen, Michael Horn, findet: „Wenn die Bahn nicht bereit ist zu handeln, steht die Stadt auch in der Pflicht.“

Die Langenhagener Stadtverwaltung will sich noch diese Woche mit Vertretern der Bahn treffen, gibt sich aber skeptisch: „Es ist fraglich, ob die Errichtung eines Zauns eine effektive Maßnahme ist“, sagte Sprecherin Juliane Stahl. Die Bahn ist zumindest in einer Hinsicht flexibel: „Wenn der Zaun auf städtischem Gebiet steht, würden wir natürlich zustimmen“, so Meyer-Lovis.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein 40-Jähriger, der seine Tochter sexuell missbraucht hat, ist am Mittwoch vom Landgericht Hannover zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er hatte zugegeben, sich in den vergangenen beiden Jahren in 14 Fällen an der Zwölfjährigen vergangen zu haben.

10.04.2013

Die Staatsanwaltschaft Verden hat einen Lastwagenfahrer angeklagt, der am Neujahrstag mit einem Wendemanöver einen tödlichen Unfall auf der Autobahn 1 verursacht hatte. Der 47-Jährige aus Lettland, dem unter anderem fahrlässige Tötung vorgeworfen wird, sitzt wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft.

10.04.2013

Handelt die Polizei Hannover seit Jahrzehnten bewusst ungesetzmäßig, wenn sie von Verdächtigen die Fingerabdrücke nimmt? Ein Anwalt ist empört, ein Verwaltungsrichter vom Vorgehen der Beamten genervt. Die Polizei sieht zwar kein Problem, will ihr Verfahren aber überprüfen.

10.04.2013
Anzeige