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Meine Stadt Kaltenweide: Kein Zaun für das Todesgleis
Hannover Meine Stadt Kaltenweide: Kein Zaun für das Todesgleis
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10:53 09.04.2013
DIE UNFALLSTELLE: Hier wollte der 15-Jährige die Strecke überqueren. Blumen erinnern an den tragischen Tod auf den Gleisen. Quelle: May
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Langenhagen

S-Bahnhof Kaltenweide, der Tag nach dem tragischen Unfall: Unbekannte haben gelbe Rosen, lila Gerbera und Teelichter abgelegt. Sie erinnern an den 15-Jährigen, der am Sonntagnachmittag von einem Zug erfasst worden war.

Der Jugendliche war nicht der Erste, der das waghalsige Manöver dort probiert hat. „Das machen viele“, sagt Passantin Rebecca Steinbeck (19). Sie war kurz nach dem Unfall am Bahnhof. „Ich finde das unmöglich. Ich habe ja selber ein Kind“, sagt sie.

„Als Mutter fühlt man das ganz anders. Mir tun die armen Eltern leid“, sagt sie. Anwohnerin Isabell Kleczka sagt, sie sei „total geschockt“ gewesen, als sie von dem tödlichen Unfall erfuhr. Sie und Nachbarin Carmen Puschmann (38) sehen immer wieder, wie Fußgänger über die Gleise laufen. Bei gutem Wetter könne sie das zwei- bis dreimal am Tag beobachten, sagt Kleczka. Besonders viele Jugendliche seien in Richtung der Fußballfelder des Interkulturellen Erlebnisparks auf der anderen Seite der Gleise unterwegs. Erst am Sonntagabend, wenige Stunden nach dem tödlichen Unfall, habe sie einen Fußgänger angesprochen. Der war, wie viele andere, uneinsichtig. Eine Lösung könnte eine neue Brücke sein, meinen die beiden.

Doch trotz des tragischen Todes des 15-Jährigen ist unwahrscheinlich, dass sich hier bald etwas ändert. An die Stadt seien zwar „vereinzelt“ Hinweise über Fußgänger gegangen, so eine Sprecherin, aber: „Es gibt eine zentrale Unterführung im Bereich des Haltepunktes. Weitere Unter- oder Überführungen sind nicht geplant“, hieß es von der Stadt. Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis zeig-te sich „entsetzt“ über den Unfall. Das Unternehmen werde aber keine Zäune aufstellen. Diese würden häufig innerhalb kürzester Zeit zerstört. Stattdessen appelliere er „an den gesunden Menschenverstand“. Das Überqueren sei lebensgefährlich.

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