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Meine Stadt Kaiser-Center: Kein Geld für alte Saunakarten
Hannover Meine Stadt Kaiser-Center: Kein Geld für alte Saunakarten
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15:29 19.05.2015
UND NUN? Otto Drewes fragt sich, wann sich der Betreiber endlich um die Erstattung der Kosten für die Karten kümmert. Quelle: Behrens
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Hannover

Otto Drewes (66) zählte seit 25 Jahren zu den Stammgästen der Sauna. Noch bei der letzten Weihnachts-Rabattaktion im Kaiser-Center kaufte sich der 66-Jährige 40 Saunakarte. Gesamtwert: rund 555 Euro. Lediglich fünf Karten habe er bis zur Schließung der Sauna verbraucht, erzählt Drewes: „Und auf dem Rest sitze ich nun und habe den finanziellen Schaden.“

Denn genau wie den ehemaligen Mitarbeitern fehlt auch Drewes und zahlreichen anderen betroffenen Kunden der Ansprechpartner. „Der alte Inhaber des Kaiser-Centers, Horst Plätzer, ist nicht zu erreichen. Wir haben weder eine Adresse noch eine Telefonnummer von ihm“, sagt der Rentner. Mit jedem Tag, der verstreicht, wächst sein Ärger.

Drewes: „Die ganze Art und Weise, wie hier mit langjährigen Gästen und Mitarbeitern umgegangen wird, ist erschreckend.“ Dass die Sauna nach dem Verkauf an die Firma Gundlach geschlossen wird, sei den Gästen im Vorfeld nicht mitgeteilt worden. „Es gab viele Gerüchte, aber nichts Handfestes“, erinnert sich der 66-Jährige. Ende März, die Sauna war bereits geschlossen, habe es lediglich einen Aushang am Schwarzen Brett gegeben. „Leider konnte kein Nachpächter gefunden werden“, hieß es darauf. Zudem wurde die Möglichkeit angeboten, seine Karten in der Stadtpark Sauna einzulösen. Notfalls auch eine Erstattung der Kosten. Drewes: „Ich wohne in Ricklingen, ich möchte nicht durch die halbe Stadt in die Sauna fahren. Die Stadtpark-Sauna ist für mich kein gleichwertiger Ersatz.“ Also forderte er sein Geld zurück, reichte alle gewünschten Unterlagen ein. „Es gab dafür extra einen Sonderbriefkasten neben dem Eingang des Kaiser-Centers. Das hatte schon eine merkwürdige Note“, erzählt er. Sechs Wochen ist das nun her. Bis auf einen kurzen Dreizeiler, „man werde sich mit Ihnen in Verbindung setzen“, kam bislang nichts. Geld sowieso nicht. Auch die NP versuchte mehrfach, den ehemaligen Betreiber zu erreichen. Vergeblich.

Die Wut steigt täglich: „Ein seriöser Geschäftsmann versteckt sich nicht feige, der hätte eine Adresse oder eine Telefonnummer angegeben“, so Drewes. Er vermutet gar, dass das kein Versäumnis, sondern Methode sei. Dass Otto Drewes schnell an das Geld für seine nun wertlosen Saunakarten kommt, glaubt er daher auch nicht: „Das wird ein langer Weg sein.“ Einfach aufgeben, so klingt es, wird der 66-Jährige nicht - sondern weiter für Gerechtigkeit und um sein Geld kämpfen.

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