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Meine Stadt Kältewelle lässt Hannover frieren
Hannover Meine Stadt Kältewelle lässt Hannover frieren
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00:16 07.02.2018
Es schneite am Wochenende in Hannover. Liegen blieb der Schnee allerdings nicht. 
HANNOVER

Auf den Dächern nur ein leichter Zuckerguss, auf Autos und Rasenflächen schon eine dickere Schicht, mancherorts ausreichend für einen kleinen Schneemann – der Winter ist zurück. Viele haben sich schon langsam auf den Frühling eingestellt – da droht die „russische Kältepeitsche“, so Meteorologe Dominik Jung von wetter.net, mit Schnee, Eis und Dauerfrost.

„Das dürfte die winterlichste Wetterphase des bisherigen Winters werden“, prophezeit der Experte. Die Kaltfront kommt aus dem Osten. In der Höhe strömt eisige Luft nach Deutschland, die am Boden insbesondere Nachts die Temperaturen erstmal nicht mehr über den Gefrierpunkt steigen lassen wird. Wie lange diese Kälteperiode andauern wird, kann Jung nicht sagen. In einem sind sich die Wetterportale aber einig: Nachtfrost wird es mit großer Wahrscheinlichkeit in den kommenden 14 Tagen geben, und auch tagsüber werden die Temperaturen im einstelligen Bereich bleiben. Wenn auch mit langsam steigender Tendenz

Morgen dürfte es am kältesten werden. Laut Jung bleiben die Temperaturen auch tagsüber im Minus-Bereich. Auch während der restlichen Woche sollen sie zwischen ein und zwei Plusgraden schwanken und erst in der kommenden Woche ganz leicht wieder anziehen. Andere Portale wie etwa Donnerwetter.de sind da optimistischer und versprechen schon ab Freitag Höchstwerte von vier Grad. Nachts werden bis zu minus fünf Grad erwartet. Die gute Nachricht aber ist: Es bleibt wahrscheinlich trocken. Das mindert die Unfallgefahr für die Straße, ist allerdings schlecht für Schneemänner.

Gefahren für die Gesundheit

Des einen Leid ist des anderen Freud – nicht nur Kinder haben Spaß am Spiel im Schnee. Doch auch wenn bei vielen anderen mit der Temperatur die Motivation sinkt, nach draußen zu gehen: „Gerade in der kalten Jahreshälfte ist es wichtig, regelmäßig an die frische Luft zu gehen“, mahnt Hausarzt Thomas Perau, Vize des Bezirksverbands des deutschen Hausärzteverbandes.

„Gemäßigte Bewegung verringert zum Beispiel die Gefahr von Herzinfarkt und Schlaganfall“, so Perau. „Gemäßigt ist aber ganz wichtig!“ Plötzliche Kälte könne insbesondere für Herzpatienten durchaus gefährlich sein. Sie sollten Tätigkeiten wie etwa Schneeschippen vermeiden. Generell solle man sich nicht überanstrengen. Wer beim Hinausgehen Warnsignale wie Schmerzen, Druck oder Brennen in der Brust verspürt, sollte dies unbedingt ärztlich abklären lassen.

Auch für die Haut sei Kälte eine Belastung. so Hautarzt Dr. Wolfgang Lensing. Hinzu komme die trockene Heizungsluft in den Wohnungen. Sich einzucremen bringe nicht viel, eine Fettcreme wie Vaseline sei eher schädlich. „Nicht zu lange heiß duschen oder baden“, rät der Mediziner, „und sich warm aber nicht zu eng anziehen.“ Unter der Bekleidung müsse immer eine Luftschicht bleiben.

Worauf Autofahrer jetzt achten müssen

Der Deutsche Wetterdienst warnt ausdrücklich auch in der Region Hannover vor glatten Straßen. Doch das ist nicht das einzige Problem, das die Kälte für die Autofahrer mit sich bringt.

Um freie Sicht zu behalten, müsse die Scheibenwaschanlage jetzt unbedingt mit Frostschutzmittel aufgefüllt sein, warnt der ADAC. Auch die Autobatterie sollte in einem guten Zustand sein.

Das ganze Fahrzeug einschließlich Dach und Motorhaube müsse vor der Fahrt von Schnee und Eis befreit werden. „Nur ein Guckloch freizukratzen reicht nicht aus“, so ADAC-Sprecherin Alexandra Kruse. „Nur wer gute Sicht hat, kann auch situationsgerecht reagieren.“ Außerdem sollten die Scheiben auch von innen regelmäßig gereinigt werden, da sie dann nicht so schnell beschlagen.

Dicke Bekleidung wie Wintermäntel oder -jacken sollten ausgezogen werden, da der Sicherheitsgurt auf ihnen nicht gut sitzt: Verletzungsgefahr!

Wichtig seien bei diesen Witterungsverhältnissen Winter- oder Ganzjahresreifen, die gesetzlich bereits bei Reifglätte vorgeschrieben seien. Bei der Fahrt auf angepasste Geschwindigkeit und ausreichendem Abstand von mindestens halber Tacholänge achten. Bei Glätte ist untertouriges Fahren gut für besseren Grip.

Kein Grund für Panik im Garten

Gartenfreunde brauchen sich wegen des plötzlichen Kälteeinbruchs zunächst keine Sorgen machen. „Bis minus fünf Grad können das die Pflanzen gut ertragen“, so Ronald Clark, Chef der Herrenhäuser Gärten.

Das gelte auch für die schon blühenden Krokus und Schneeglöckchen. Die Narzissen, die sich jetzt bereits ein wenig blicken lassen, könnten mit trockenen Laub geschützt werden. „Keine Grund zur Panik“, so Clark. „Das Wetter ist eigentlich ganz normal, es ist schließlich noch Winter.“ In den Herrenhäuser Gärten seien Pflanzen wie die hohen Rosenstöcke oder das Mammutblatt schon seit Wochen gut geschützt. Clarks Tipp: „Wer aber seine Stauden noch nicht zurückgeschnitten hat, sollte damit nun warten.“ Auch hier würde eine Schicht trockenes Laub guten Schutz bieten.

Von Andreas Krasselt

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