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Meine Stadt KKH-Allianz verliert viele Mitglieder - und erwartet deutliches Plus
Hannover Meine Stadt KKH-Allianz verliert viele Mitglieder - und erwartet deutliches Plus
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15:22 02.07.2010
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Hannover. Im ersten Halbjahr habe die Kasse rund 80.000 der 1,5 Millionen Mitglieder verloren, sagte KKH-Allianz-Chef Ingo Kailuweit am Freitag in Hannover. Es sei zu einer Überreaktion auf den Zusatzbeitrag gekommen. Als erste große Krankenkassen hatten KKH-Allianz und DAK Ende Januar die Einführung von Zusatzbeiträgen angekündigt.

Nach Angaben des Kassen-Chefs wechselten die Beitragszahler aus unterschiedlichen konkreten Motiven die Versicherung. Ein Teil haben den Zusatzbeitrag prinzipiell abgelehnt, sagte Kailuweit. Vor allem Rentner und Arbeitslose hätten die acht Euro im Monat nur schwer zahlen können. Zum Teil seien Hartz-IV-Empfänger auch von Behörden zum Kassenwechsel aufgefordert worden. Wegen der häufig niedrigen Beiträge der Wechsler sei der Verlust an Finanzkraft für KKH-Allianz geringer ausgefallen als der an Mitgliedern.

Zur Einführung des Sonderbeitrages sei man wegen des für 2010 prognostizierten Gesamtverlustes von vier Milliarden Euro in der gesetzlichen Krankenversicherung gezwungen gewesen, betonte der KKH-Allianz-Chef erneut. Nach seinen Angaben hätte die Kasse aber ohne den Zusatzbeitrag zumindest im bereits abgerechneten ersten Quartal noch eine schwarze Null geschrieben.

Im ersten Quartal habe man ein Finanzplus von zehn Millionen Euro erzielt, sagte Kailuweit. Die März-Einnahmen aus dem in diesem Monat erstmals erhobenen Zusatzbeitrag hätten neun bis zehn Millionen Euro betragen. Auch das gesamte Haushaltsjahr 2010 werde man mit einem deutlichen finanziellen Plus abschließen, sagte er. 2009 hat die KKH-Allianz einen Überschuss von 11,5 Millionen Euro erzielt.

Skeptisch äußerte sich der KKH-Allianz-Chef über das Spitzengespräch der Berliner Koalition zur Gesundheitsreform. „Wir erwarten kein vernünftiges Resultat des Spitzengesprächs im Kanzleramt“, sagte er. Ein nach Einkommen berechneter und von den Kassen einzuziehender Zusatzbeitrag sei der „Super-GAU“, weil die Kassen dann mit hohen Verwaltungsaufwand sogar die Steuerbescheide der Versicherten prüfen müssten. „Wenn man sich nicht auf ein neues Modell einigen kann, sollte man auf Zusatzbeitrag und Kopfpauschale verzichten und zum prozentualen Beitrag zurückgehen, der den sozialen Ausgleich bereits enthält“, betonte Kailuweit.

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