Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt HCC: Drei Gäste bewusstlos durch K.o.-Tropfen?
Hannover Meine Stadt HCC: Drei Gäste bewusstlos durch K.o.-Tropfen?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:31 11.01.2019
Silvesterparty im HCC: Wurden drei Gästen heimlich K.o.-Tropfen verabreicht? Die Polizei hat die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung aufgenommen. Quelle: Foto: Kutter
Hannover

Es war wohl in einem Tequila Shot, was Maria P. (Name von der Redaktion geändert) aus den Socken geschossen hat. Plötzlich ging alles ganz schnell. Der 24-Jährigen wurde schlecht. Es folgten Bewusstlosigkeit, Rettungswagen, Notaufnahme, Intensivstation. Und Maria P. ist nicht die einzige, für die die Silvesterparty im Hannover-Congress-Centrum (HCC) im Krankenhaus endete. Mindestens eine weitere Frau (24) und ein Mann (20) wurden ebenfalls eingeliefert. Mit gleichen Symptomen. Schlimmer Verdacht: Sie alle könnten mit K.o.-Tropfen ausgeknockt worden sein. „Wir ermitteln wegen gefährlicher Körperverletzung in drei Fällen“, sagt Polizeisprecherin Antje Heilmann. Hinweise auf einen oder mehrere Täter gibt es bislang nicht.

Der Jahreswechsel, bis kurz vor 2 Uhr war es für Maria P. eine schöne Party im HCC. Doch dann kam der Absturz. Ganz plötzlich. Zum Glück waren ihre drei Begleiterinnen, ihre Schwester und zwei Cousinen, gleich da. Anders als häufig bei anderen Opfern von K.o.-Tropfen kam es bei Maria P. vermutlich deshalb nicht zu einem sexuellen Übergriff. Nach dem Kenntnisstand der Polizei bei der anderen 24-Jährigen und dem 20-jährigen Mann ebenfalls nicht: „Auch sie wurden von Angehörigen gefunden“, so Heilmann.

Appell der Polizei

Zum jetzigen Zeitpunkt können die Ermittler nicht ausschließen, dass es weitere Geschädigte gibt, die sich bislang nicht gemeldet haben. „Sie mögen bitte zur Polizei kommen und Anzeige erstatten“, appelliert die Sprecherin.

Sollte sie tatsächlich vergiftet worden sein, kann sich Maria P. nicht erklären, wie das passieren konnte. „Sie hat ihr Getränk zu keinem Zeitpunkt aus den Augen gelassen“, versichert ihre Schwester (28). Den Tequila Shot, der es in sich gehabt haben könnte, hatte sich die 24-Jährige an einer Bar im R‘n‘B-Bereich geholt. Heilmann: „Auch die anderen Geschädigten sollen sich in diesem Bereich aufgehalten haben.“ Der R‘n‘B-Bereich befand sich im Runden Saal des HCC.

Toxikologische Untersuchung

Den drei Opfern wurde unmittelbar nach ihrer Einlieferung ins Krankenhaus Blut abgenommen. Mit den Ergebnissen der toxikologischen Untersuchung ist in den nächsten Tagen zu rechnen.

Die mutmaßliche K.o.-Tropfen-Attacke stellt nicht nur die Geschädigten und die Polizei vor ein Rätsel – auch Party-Veranstalter Martin Polomka fragt sich, was hinter den mysteriösen Vorfällen steckt. Er betont grundsätzlich, dass die Veranstaltung „die sicherste Silvesterfeier in Hannover war. 3000 Gäste haben gefeiert, wir hatten nicht eine Schlägerei.“ Es habe scharfe Taschen- und auch Körperkontrollen beim Einlass gegeben. Dennoch könnte es jemandem gelungen sein, eine betäubende Substanz ins HCC zu schmuggeln. Möglicherweise nur in einem kleinen Fläschchen. „Dagegen ist man als Veranstalter machtlos“, so Polomka.

Von Britta Mahrholz