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Plagiatsjagd

Jurist muss Doktortitel abgeben

„Er gilt als eines der führenden Lichter in der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit“, heißt es auf der Internetseite der Londoner Universität. Doch das „führende Licht“, ein Professor, muss jetzt seinen Doktortitel abgeben.

Hannover. Donnerstag urteilte die Sechste Kammer des Verwaltungsgerichts: „Er hat arglistig bei seiner Promotion getäuscht.“ Eine Berufung ließ die Kammer um Richterin Arietta Döpp nicht zu.

Die Internetplattform „VroniPlag Wiki“ hatte 2012 den Juristen, einen gebürtigen Griechen, des unkorrekten Arbeitens überführt. Die Plagiatsjäger fanden auf 260 Seiten 118 Textstellen von anderen Autoren, die nicht als Zitate kenntlich gemacht worden seien. Die Arbeit war 1998 mit „Summa cum laude“, also der Bestnote, bewertet worden.

Die Ethikkommission der Leibniz-Uni fand 90 „eindeutige Stellen“, bei denen der Professor sich ohne Angabe der Quelle bei Kollegen bedient habe. Im Juli 2013 entzog der Fakultätsrat der Uni ihm die Doktorwürde, die er für seine Arbeit im Internationalen Privatrecht erhalten hatte.

Der Kläger, Experte für Handelsrecht in London, räumte Zitierfehler ein, die seien aber nicht vorsätzlich gewesen. Gestern versuchte der Professor mit etwas eigenwilligen Argumenten, seine Fehler zu erklären. „Damals gab es keine Kurse für Doktoranden“, sagte er. Die Richterin erwiderte, zu dem Zeitpunkt habe er mehrere Examina in der Tasche gehabt, Lehrveranstaltungen in Cambridge (England) abgehalten und zahlreiche Veröffentlichungen vorzuweisen gehabt. Weiter erklärte der Jurist und Kläger, die Arbeit habe fünf Jahre gedauert.

Bei der Abgabe habe er sich nicht mehr an die Zitierfehler aus den Jahren 1993 bis 1995 erinnern können. „Die Fehler ziehen sich durch die komplette Arbeit“, so die Richterin. Auch das nächste Argument von Anwalt Ralph Heiermann fruchtete nicht. Denn der Kläger habe Textstellen seines Doktorvaters und des Herausgebers der Schriftenreihe, in der die Promotion erschienen ist, ohne Quellenangabe wiedergegeben. „So blöd ist man nicht“, sagte der Anwalt. Doch, entschied das Gericht. Es war eine „arglistige Täuschung“, also Vorsatz. Ein Kriterium für dieses Urteil war, dass der Professor an ganz vielen Stellen richtig zitiert habe.

Da die Täuschung arglistig war, greift auch die Verfährungsfrist von einem Jahr nicht. Bereits 2001 hatte ein Juraprofessor darauf hingewiesen, dass sich sein Kollege fleißig bei ihm bedient habe.


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