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Prozess

Jura-Student wegen Cannabis-Anbaus vor Gericht

Als ihm das Cannabis zu teuer wurde, baute der 23-jährige Jura-Student selber den Hanf an. Das brachte ihm eine Anklage wegen eines Verbrechenstatbestandes ein. Der Umstand, dass er ein so schlechter Gärtner ist, bewahrte ihn vor einer Haftstrafe. Schon bei der Anklage hatte er viel Glück. Der Student sprach von einem „großen Fehler“ , den er begangen habe. Jetzt sei er aber weg von den Drogen.

hannover.  Landauf, landab wird die Bildungsmisere beklagt. Wohin sie führen kann, hat nun Torsten Müller (23, Name geändert) am eigenen Leib erfahren. Der Jura-Student im achten Semester fand sich am Mittwoch vor dem Schöffengericht wieder. Laut Anklage hätte er mit einer Verurteilung von mindestens einem Jahr Haft rechnen müssen.

Doch zum Glück hatte er keinen grünen Daumen. Bei einer Durchsuchung fand die Polizei am 6. Dezember 2016 zehn Haschpflanzen und 100 Gramm „Dope“. Das Gutachten des Landeskriminalamtes (LKA) ergab, dass sein Kraut kümmerliche 1,92 Gramm Wirkstoff enthielt. Er lag damit weit unter der nicht geringen Menge von 7,5 Gramm THC.

Doch die Anklage war schon vorher fertig. Der Staatsanwalt war von einer nicht geringen Menge ausgegangen. Mindeststrafe: Ein Jahr Haft. So kam der Angeklagte mit einem blauen Auge davon. Er wurde zu 300 Euro Geldstrafe (30 Tagessätze) verurteilt. Die Verurteilung erfolgte wegen Besitzes von Drogen in geringer Menge. Die verhältnismäßig niedrige Strafe begründete der Richter mit dem Geständnis des Angeklagten. Außerdem ist der 23-Jährige nicht vorbestraft.

Anwalt Sascha Gramm beichtete für seinen Mandanten: „Damals war er selbst Konsument. Das Cannabis wurde ihm zu teuer. Deshalb hat er den Versuch unternommen, selbst anzubauen.“ Die Samen habe der junge Mann im Internet bestellt.

Und der junge Mann hatte einen gnädigen Ankläger. Denn bei der Razzia wurde auch noch ein Schlagring gefunden. Daraus hätte schnell ein Drogenhandel mit Waffen werden können. Mindeststrafe: zwei Jahre. Auch der Besitz von 50 Milliliter Propofol lipuro (ein rezeptpflichtiges Narkotikum) wurde nicht angeklagt.

In jedem Fall zeigte sich der 23-Jährige gestern einsichtig. „Ich habe einen schweren Fehler begangen.“ Nun sei er aus dem Drogen-Milieu raus und konsumiere auch kein Cannabis mehr.

Allerdings bleibt die Geldstrafe in seinem polizeilichen Führungszeugnis. Eine Anstellung im öffentlichen Dienst dürfte das sicher nicht erleichtern.

Von Thomas Nagel


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