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KINO MACHT SCHULE: 1500 lernten gestern im Cinemaxx.

KINO MACHT SCHULE: 1500 lernten gestern im Cinemaxx.© Frank Wilde

Prävention

Jugendfilmtage: Schüler diskutieren über Gewalt

„Der redet ja wie mein Vater!“ Die Jungenstimme kam aus dem Dunkel des Kinos Nummer 10 im Cinemaxx. Sie galt einem Mann, der vor der Leinwand stand und eine Rede hielt: Bürgermeister Bernd Strauch.

Hannover. Strauch ist Lehrer - er weiß, wie man Kinder dazu bringt, nicht nur die Augen, sondern auch die Ohren auf zu machen: „Kurz fassen, nicht schleimen.“ Strauch kam deshalb mit knapper Botschaft: „Keine Gewalt! Niemals!“

Seine Ansage passte zu denJugendfilmtagen: Mobbing, Cybermobbing, gewalttätige Computerspiele, Rechtsextremismus. Also all jene fein und grob gewebten Spielarten von struktureller und direkter Gewalt, die die heutige Schülergeneration auszuhalten hat.

Das Filmfest im Cinemaxx hat Tradition. Stadt und Region luden ein - der Film „Mein liebster Feind“ von Oliver Ussing lief über die Leinwand, anschließend diskutierten 1500 Schüler darüber. Neben Strauch hatte Re-gionspräsident Hauke Jagau die Filmtage eröffnet. „Das Thema Gewalt“, sagte Jagau, „wird immer wichtiger, geht uns alle an und erfordert einen entschiedenen Einsatz dagegen.“

Er stand auf der Matte, um die Bedeutung des Festivals zu unterstreichen: 30 Schulen der Region machten mit - ausgebucht. Der Andrang spiegelt den Druck der gesellschaftlichen Wirklichkeit wider: „Zwar steigen die Zahlen der Gewalttaten nicht an“, sagt Strauch, „aber der Härtegrad der Taten ist höher als früher.“

Martina Ewe, Straßensozialarbeiterin bei der Stadt Hannover, zur Lage: „Wir haben zwar keine Berliner Verhältnisse, aber auch bei uns gibt es Gegenden, die von Jugendlichen unsicher gemacht werden.“ Stellt die Politik genug Personal und genug Sachmittel zur Verfügung, um dem Gewaltthema angemessen begegnen zu können? „Was wir haben, deckt den Bedarf“, sagt Rainer Henschke, Jugendarbeiter bei der Region.

Zum Bedarf gehört etwas, was der Staat nicht organisieren kann: eine Pädagogik in den Familien, die sensibel für das Thema macht. Die Praktiker: „Es ist oft schwierig, Eltern ins Boot zu holen. Viele sind so eingespannt, dass sie keine Zeit für ihre Kinder haben.“ Das ist schlecht.

Gut ist: eine ellenlange Liste der Organisationen, die die Jugendfilmtage unterstützen.


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