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Noch Geheimsache

Jugendbehörde zieht in die City

Die Drucksache ist geheim. Der Fachbereich Jugend und Familie wird 2020 aus dem Ihme-Zentrum ausziehen und zwar in ein City-Gebäude, das derzeit noch die Deutsche Bahn nutzt.

Hannover.  Die Fenster sind undicht. Die Heizungen funktionieren im Winter kaum. Bevor Siebe installiert wurden, kletterten aus den Toiletten schon mal Ratten raus. Viele Mitarbeiter des städtischen Fachbereichs Jugend und Familie arbeiten äußerst ungern im Ihme-Zentrum. Jetzt aber haben sie die Aussicht: Bald ist Schluss.

Bald bedeutet allerdings fast drei Jahre. Und das hat seinen Grund. Die Verwaltung will das Haus Joachimstraße 8 anmieten, das dem J.P.-Morgan-Fonds gehört und derzeit von der deutschen Bahn genutzt wird. Das 21 500 Quadratmeter große Objekt wird nach deren Umzug in den Neubau am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) möglich.

64 Millionen Euro verbaut das Unternehmen Kölbl Kruse auf dem sogenannten Lister Dreieck. Ende 2018 will die Bahn mit 950 Mitarbeitern in den neungeschossigen Bau eingezogen sein.

Eigentlich war dann nur eine Überholung der Räume an der Joachimstraße geplant. Inzwischen aber hat sich herausgestellt, dass wegen Altlasten eine Grundsanierung fällig ist.

„Der Fachbereich 51 wird ein fast neues Haus nutzen“, freut sich Jutta Wilke-Peters, Chefin des örtlichen Personalrats. Mit der Perspektive ließen sich die Zustände im Ihme-Zentrum ertragen. Die hätten sich ohnehin gebessert, seitdem es einen neuen Zugang gibt: “Der Weg durch die Katakomben des früheren Parkdecks war weder Mitarbeitern noch Besuchern länger zumutbar.“

Im Ihme-Zentrum ist die Stadt Ankermieterin. Wie berichtet, erwartet sie von Großeigentümer Amir Dayan und dessen Unternehmen Intown deutliche Signale für eine Sanierung. Sollte (anders als vereinbart) nicht bald ein Bauantrag für die neue Fassade vorliegen, wird kein neuer langfristiger Mietvertrag abgeschlossen, hat OB Stefan Schostok klar gestellt. Dann bleibt es bei der Zwischenlösung: Nur bis zum Sommer 2020 bleibt die Stadt Hauptmieterin in der Betonburg am Ihmeufer.

Wegen des Sanierungsstaus und der vielen Mängel hat die Verwaltung die Miete dort reduziert. Für die Büroflächen in der Joachimstraße wird sie einen Quadratmeterpreis von fast 14 Euro zahlen müssen. Jährliche Kosten von rund 4,3 Millionen Euro ergeben Drucksache, die gerade die Ratsgremien passiert hat.

Der Mietvertrag wird für eine Laufzeit von 20 Jahren fest vereinbart, mit einer Option für zehn weitere Jahre. Auch nach einer Sanierung des Ihme-Zentrums wird der Fachbereich Jugend und Familie dort nicht wieder untergebracht.

Von Vera König


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