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PROBLEMZONE: Weil es sich der Juchtenkäferin den Baumhöhlen der Lindenallee gemütlichgemacht hat, kann die Stadt die Bäume nuran den Ästen kappen, nicht aber fällen.

PROBLEMZONE: Weil es sich der Juchtenkäfer
in den Baumhöhlen der Lindenallee gemütlich
gemacht hat, kann die Stadt die Bäume nur
an den Ästen kappen, nicht aber fällen.© Rainer Droese

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Herrenhausen

Juchtenkäfer stoppt Fällung der Linden im Berggarten

Der Juchtenkäfer stoppt die Fällung der Lindenallee im Berggarten - die Zeit wird damit knapp für die Stadt.

Hannover. Possierlich sieht er aus. Und irgendwie durchschnittlich. So wie unzählige andere Käfer auch. Doch der Juchtenkäfer oder Eremit ist anders. Das daumengroße, etwa zwei bis vier Zentimeter lange Insekt ist nämlich in seiner Art massiv bedroht, sogar in der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie der Europäischen Kommission gelistet - und genießt von daher strengsten Schutz.

Gemäß dieser Richtlinie darf die rund 280 Jahre alte Lindenallee im Berggarten, in deren ausgehöhlten Baumstämmen es sich der braunschwarze Käfer gemütlich gemacht hat, auch nicht gefällt und dürfen die Käfer nicht umgesiedelt werden, wie es die Stadt mal erwogen hatte. „Sicherheit und Artenschutz haben Vorrang vor Gartenkunst“, heißt es nun bei der Stadt. Sie kündigte gestern an, die oberen Äste der Bäume ab Mitte/Ende Juli zu kappen und die Stämme mit Pfählen zu stützen - mit Zustimmung der Naturschutzbehörden und -verbände.

Dafür bleibt der Stadt aber nur ein Zeitfenster von etwa zehn Wochen, denn ab Herbst beginnt die Verpuppung der Käferlarven, und dann ist alle Arbeit an den Bäumen tabu. „Im Sommer 2016 kappen wir dann die restlichen Bäume, so dass die Allee ab Herbst 2016 wieder vollständig begehbar ist“, kündigte Ronald Clark an, der Direktor der Herrenhäuser Gärten. Kostenpunkt über zwei Jahre: rund 350 000 Euro.

Die Stadt hatte die Lindenallee schon vor gut einem Jahr gesperrt, da die Altbäume nicht mehr standsicher sind. Selbst Stadtangestellte dürfen sich inzwischen nicht mehr dort aufhalten, um etwa den Rasen zu mähen.

Eine Zählung durch einen Biologen hatte ergeben, dass bei den 130 Linden in 60 Bäumen Käfer nachgewiesen und in 50 weiteren ihr Vorkommen vermutet wird. Darüber hinaus stellte der Forscher eine Reihe weiterer seltener Käfer- und Spinnenarten fest.

Nach Angaben der Stadt ist das Juchtenkäfer-Vorkommen im Berggarten mit das größte in Niedersachsen.


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