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Meine Stadt Jobcenter hat weniger Geld für Eingliederung
Hannover Meine Stadt Jobcenter hat weniger Geld für Eingliederung
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21:00 05.12.2017
Fordern mehr Geld: Erwin Jordan, Heike Döpke und Michael Stier. Quelle: Kutter
Hannover

Die Konjunktur ist gut. Arbeit gibt es aber noch lange nicht für alle. Das Jobcenter Hannover geht darum neue, innovative Wege. Mit Angeboten wie einem Familiencoaching will das Team von Behördenchef Michael Stier verhindern, dass sich Armut vererbt und bald die zweite oder gar dritte Generation an ein Leben ohne Job gewöhnt ist.

Dafür brauchen die Vermittler und freien Träger langen Atem – und eigentlich sie auch mehr Geld. Von den gut 1,2 Millionen Menschen in der Region ist jeder zehnte auf Unterstützung angewiesen, darunter 33 000 Kinder. In jeder dritten Bedarfsgemeinschaft wachsen Kinder auf. Oft reicht nicht mal eine Vollzeitbeschäftigung allein zum Überleben. Unter den 23 500 Menschen, die zusätzlich zu Lohn und Gehalt auf staatliche Hilfe angewiesen sind, sind 3500, die zwar arbeiten, aber nur bis zu 1200 Euro verdienen. Damit ihr Einkommen reicht, so Sozialdezernent Erwin Jordan, „müsste der Mindestlohn auf mehr als zehn Euro pro Stunde steigen“.

Das Jobcenter kümmert sich um die Menschen mit wenig Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Erfolgreich: Allein in den ersten sechs Monaten fanden 8262 Leistungsberechtigte eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, darunter 4031 langzeitarbeitslose Männer und Frauen.

Auch bei der Vermittlung von Flüchtlingen sieht Arbeitsagentur-Chefin Heike Döpke Erfolge. Aus den acht häufigsten Herkunftsländern seien 746 Menschen vermittelt worden. Im Juli bezogen 19 521 Menschen aus diesen Ländern Leistungen, 6756 mehr als im Vorjahr.

Jobcenter und das Netzwerk mixen inzwischen Angebote, um besser zu helfen – also Teilzeitbeschäftigung mit Sprachunterricht oder Aufstockung mit Qualifikation. Das Jobcenter aber wird auch im Jahr 2018 mit nur 52,5 Millionen Euro für Eingliederung auskommen müssen – rund sechs Millionen Euro weniger als in diesem Jahr. Zwar zahlt der Bund drei Millionen Euro mehr für Verwaltungsosten der Behörde; das Geld deckt jedoch nur steigende Kosten für Miete, Technik und Personal. Etwa 22 Millionen Euro aus dem Topf für Eingliederung müssen deshalb umgeschichtet werden.

„Die Situation ist nicht haltbar“, klagt Sozialdezernent Jordan. „Wir hätten gern mehr Spielraum, um eigene Ideen voranzubringen“, stimmt Stier ihm zu.

Von Vera König

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