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Meine Stadt Jimmy Eat World macht Hannover nass
Hannover Meine Stadt Jimmy Eat World macht Hannover nass
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16:19 31.05.2018
Jim Adkins von Jimmy Eat World im Capitol in Hannover. Quelle: Heusel
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Hannover

Als es noch das Musikfernsehen gab – die Älteren werden sich vielleicht erinnern – war dieses Video besonders nett anzuschauen: Unverschämt gut aussehende Menschen machen Party in Unterwäsche, der zugehörige Song „The Middle“ bedeutete 2001 den Durchbruch der US-amerikanischen Rockband Jimmy Eat World. 17 Jahre später steht das Quartett im Capitol, und man wünscht sich nun auch die Kleider fort. Hannover erlebt den heißesten Mai seit dem Paläozoikum, spätestens nach dem dritten Lied „Big Casino“ glänzt das Gesicht von Sänger Jim Adkins vor Schweiß.

Foto: Heusel

Mit einer Clubtournee und dem aktuellen, poppigen Album „Integrity Blues“ reist Jimmy Eat World derzeit durch die Welt, in Hannover waren sie zuletzt zur Jahrtausendwende. „Lange ist es her“, stellte auch Adkins fest, im Jugendzentrum Korn waren damals die wenigsten dabei. Das Warten, das darf vorweggenommen werden, hat sich gelohnt: 1600 Fans (ausverkauft) erleben einen rasanten Abend mit nur wenigen Schwächen.

„Say hello to good times“, das Lied „Futures“ meint die Hoffnung auf bessere Zeiten, an diesem Abend ist die Zeile programmatisch. Das Publikum hat eine gute Zeit und legt früh die Zurückhaltung ab, erst recht beim folgenden „Pain“, auch aus dem Jahr 2004. Das hat hier nun was vom Kollektivsaunieren: Immer wieder greifen Adkins und seine Kollegen zum Handtuch, einmal muss auch der Boden trocken gewischt werden. Schon früh beginnt die Security damit, die ersten Reihen mit Wasser zu versorgen, und sie hört erst am Ende damit auf.

Vielleicht ist es also auch Fürsorge, dass auf schnelle Stücke häufig langsame folgen: „Pass the Baby“ könnte auch als Schlaflied durchgehen, wenn man nur rechtzeitig vor dem Metal-Finale den Stecker rauszöge. Doch was im Capitol dem Kreislauf helfen mag, bremst die Stimmung immer wieder etwas aus. Die Reihenfolge der Songs erinnert manchmal an den DJ in der Dorfdisko, den man schon immer mal verprügeln wollte.
Sei´s drum. Zum Ende hin hält Jimmy Eat World das Tempo, „Blister“, „A Praise Chorus“, „Sweetness“, treibende wie eingängige Stücke aus der erfolgreichsten Zeit der Band. Becher fliegen, Menschen springen. Nach zwei Stunden das Finale mit „The Middle“. „Everything, everything will be just fine“. Sich auszuziehen würde sich nun aber auch nicht mehr lohnen.

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