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Kinder halten vor der Marktkirche die Fotos von Terroropfern hoch.© Peschke

Gedenken

Jesiden trauern in Hannover um Terroropfer

Mit einer Trauerfeier haben Jesiden am Mittwoch inHannover an die zahlreichen Opfer des brutalen Vorgehens der Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) im Irak erinnert. 

Hannover. Der Verband der syrischen Jesiden in Niedersachsen hatte zu der Gedenkveranstaltung an der evangelischen Marktkirche aufgerufen. An der Kundgebung beteiligten sich auch Vertreter anderer Religionen.

"Wir können nicht schweigen zum Genozid, der aktuell im Schingal-Gebirge verübt wird", sagte Initiator Tangazar Marani. Eine Lösung des Konfliktes sei nicht absehbar, dennoch sei es wichtig, den Menschen in ihrer Not beizustehen. Teilnehmer der Trauerfeier hielten zu Maranis Worten großformatige Bilder von Flüchtlingen und Opfern hoch.

"Wir sind traurig und wollen zugleich für den Frieden kämpfen", sagte Marani. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im niedersächsischen Landtag, Helge Limburg, sprach von einer menschenverachtenden Ideologie, der immer mehr Flüchtende im Nord-Irak zum Opfer fielen. "Das wird völlig zurecht als Völkermord bezeichnet."

Der Politiker begrüßte ausdrücklich die Entscheidungen der Bundesregierung und des Landes Niedersachsen, helfend in den Konflikt einzugreifen. Vor allem die humanitäre Hilfe müsse dringend weiter ausgebaut werden. Für die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Hannover sprach der evangelische Superintendent Thomas Höflich den Teilnehmern die Solidarität aus. "Sie kennen unzählige dieser Opfer persönlich und tragen somit auch persönliches Leid", sagte er. "Zehntausende Jesiden und Christen werden unterdrückt, gefoltert, vertrieben oder ermordet. Aber auch Bahai, Juden und Muslime sind davon betroffen."

Die Menschen in Hannover stünden an ihrer Seite. Er forderte von allen Konfliktparteien die sofortige Abkehr von der Gewalt und rief zu einem friedlichen Miteinander der Religionen auf. Gemeinsam laden der hannoversche "Rat der Religionen", Vertreter der Jesiden und orientalische Christen zu einem Friedensgebet an diesem Sonntag ab 18 Uhr in die Marktkirche in Hannover ein. Es solle ein Zeichen für den Frieden über alle religiösen und nationalen Grenzen setzen.

Vor der brutalen Gewalt der IS-Terrorgruppe sind mindestens eine halbe Million Menschen auf der Flucht. Die Miliz hat weite Teile des Iraks erobert. Sie verfolgt vor allem Christen und Jesiden, aber auch schiitische und moderate sunnitische Muslime. epd


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