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VERDECKT SEIN GESICHT: Der angeklagte Ibrahim B.© Julian Stratenschulte

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Hannover

Jenisa-Prozess: Plante er dritten Mord?

Neuer Prozesstag im Fall Jenisa: Ibrahim B. wollte 2006 aus Hass auf eine albanische Familie einen Jungen (14) töten, sagt ein Zeuge.

Hannover. Mit geschlossenen Augen verfolgt Ibrahim B. den Mordprozess. Wie in tiefer Meditation scheint er nichts um sich herum wahrzunehmen. Nur manchmal mahlen seine Kieferknochen. Der Mörder von Dano (5) aus Herford und mutmaßliche Mörder von Jenisa (8) aus Hannover soll bereits 2006 den Tod eines Kindes geplant haben. Ein ehemaliger Mithäftling (35) von B. sagte gestern im Landgericht Hannover aus: „Er wollte den Sohn seines Schwiegervaters mit dem Messer erstechen.“ Dazu habe er den 14 Jahre alten Jungen auf einen Sportplatz in der Nähe der Porta Westfalica geführt. „Nur Spaziergänger, die zufällig vorbeikamen, verhinderten den Mord an dem Jungen“, sagte der Zeuge aus.

Motiv sei der Hass auf die Familie seiner Frau Ribana (29), Jenisas Tante, gewesen. Das Mädchen aus Hannover war am 7. September 2007 bei Wunstorf ermordet worden. Erst sieben Jahre später wurden Jenisas sterbliche Überreste in einem Wald bei Wunstorf gefunden. Zwei Häftlinge brachten B. dazu, den Ort der Leiche preiszugeben. „Wir haben eine Scheinfreundschaft geschlossen“, sagte der Zeuge gestern. Sie machten?B. vor, dass sie in der Organhandel-Mafia tätig seien. Wenn er für sie Organe schmuggle, könnten sie ihn vor Gericht wegen der Ermordung von Dano aus Herford „rausboxen“. Wegen dieses Verbrechens ist B. bereits in Bielefeld 2014 verurteilt worden.

Das Täuschungsmanöver der Häftlinge war erfolgreich. Der Angeklagte verriet Einzelheiten des sexuellen Missbrauchs Jenisas, ihre Ermordung und den Tatort. „Er hatte Hass auf seinen Schwager, dafür musste Jenisa büßen“, so der Zeuge. Die Mutter von Jenisa, Like M. (38), machte gestern bei ihrer Aussage einen gefassten Eindruck. Zuvor hatte Richter Wolfgang Rosenbusch den Angeklagten in einen Nebenraum bringen lassen. Like M. war am ersten Prozesstag beim Anblick des Angeklagten kollabiert. Jenisas Vater, Juliano M. (42), hatte eine halbvolle Wasserflasche nach dem Angeklagten geworfen. „Ich habe keine Erklärung für den Mord an Jenisa“, sagte Like M.

Sie habe Ibrahim und Ribana geholfen, es habe zwischen dem türkischen Angeklagten und der albanischen Familie keine Spannung gegeben. Schon früh habe sie den Verdacht gehabt, dass „Ibo“ etwas mit dem Verschwinden ihrer Tochter zu tun gehabt habe. Nach der Suche nach dem Kind habe der Angeklagte bei ihnen gesessen und am ganzen Körper gezittert: „Das war so auffällig. Wir haben uns gefragt: Hat er etwas damit zu tun?“ Später habe ihr ein Kriminalbeamter gesagt: „Ibo muss es sein, aber wir haben keine Beweise.“


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