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Meine Stadt Italiener in Hannover trauern um Opfer
Hannover Meine Stadt Italiener in Hannover trauern um Opfer
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18:50 11.07.2010
Kerzen für die Opfer: Ein Mitarbeiter des Restaurants Little Italy zündet eine Kerze für die Toten an. Quelle: Burkert

Hannover. Als sich der Docht an einer anderen brennenden Kerze entzündet, das Feuer aufflammt, hält es eine blonde Frau nicht mehr aus. In ihrem schwarzen Kleid steht sie, gestützt von zwei Freundinnen, in der Kirche St. Maria an der Marschnerstraße (Nordstadt) und weint. „Ich habe ihnen alles Gute gewünscht, dahin, wo sie jetzt sind“, sagt sie.

Abschiedsgottesdienst für die Mordopfer Franco S. (47), Pizzabäcker, und Giuseppe L. (49) , Koch, gestern Nachmittag um 16 Uhr. In der St. Maria treffen sich jede Woche Hannovers Italiener zur Messe. Dieses Mal ging es vor allem um eins: Den Tod der zwei Freunde, Verwandten, Bekannten, die Holger B. (42) am Montag in der Columbus-Bar (City) erschossen haben soll.

„Montagmorgen schon kamen die ersten Gemeindemitglieder“, sagt Don Gianni Paganini (58), seit 12 Jahren Priester in der Gemeinde. „Sie suchten Trost, Gemeinschaft.“ Die Suche nach der Antwort auf diese tragische Geschichte, gibt es bei ihm nicht. „Die gibt es nirgendwo, niemand versteht das.“ Die beiden Opfer werden in Italien beerdigt.

Bei der Messe gibt es keinen Hass gegen Holger B.-. Nur Unverständnis, Ratlosigkeit. „Wir sind eine Familie“, sagt der Priester, „die jetzt wieder enger zusammengerückt ist.“ 3000 Italiener gebe es in der Stadt. „Die beiden Verstorbenen haben in der Gastronomie gearbeitet – die Meisten kannten sie.“

Immer wieder brechen Teilnehmer der Messe in Tränen aus. Auch Frank Hanebuth, Chef der Hell‘s Angels, ist gekommen. Er kannte Franco S. ebenfalls.

Der vermeintliche Mörder Holger B. sitzt in Madrid im Gefängnis. Wann genau er ausgeliefert wird, sagt das Landeskriminalamt nicht. Man rechne aber in dieser Woche damit.

(Sebastian Scherer)

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