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SCHEUNE: Noch denkmalwürdig oder schon abrissgefährdet? Der Investor sieht hier Wohnungen vor.

SCHEUNE: Noch denkmalwürdig oder schon abrissgefährdet? Der Investor sieht hier Wohnungen vor.
 © Behrens

Denkmalschutz

Investor hofft auf Lösung für den Burzlaff-Hof

Acht Wohnungen plant ein Investor auf einem unter Denkmalschutz stehenden Anwesen in Groß-Buchholz. Aber die Auflagen für den Burzlaff-Hof bereiten Probleme.

Hannover.  Abriss aus Unwirtschaftlichkeit oder behutsame Sanierung und Ergänzung – noch ist im Fall des Burzlaff-Hofes beides möglich. „Leider“, findet Friedrich-Wilhelm Busse vom „Pinkenburger Kreis“. Der Bezirksrat Groß-Buchholz, in dem der Kämpfer für den alten Ortskern Mitglied ist, schließt sich dem an. Das Anwesen am Kapellenbrink 29 bis 31 sei „ein historischer Schatz“.

Diesen Schatz hatte eine Bombe im Zweiten Weltkrieg schwer getroffen. Zwei Drittel des Hauses lagen in Schutt und Asche. Der Rest sei gesichert worden, so Busse. „Manchmal allerdings nur notdürftig“.

Seit Jahrzehnten verwahrlost das Anwesen. Allein der Anblick der Garage dürfte jedem Denkmalschützer Tränen in die Augen treiben. Dort eingebaut ist der erhaltene Spruchbalken mit den Jahreszahlen. Der angeblich erhaltenswerte Giebel des Haupthauses erweist sich bei näherem Blick dagegen als Flickwerk.

Investor Rainer de Groot will den Burzlaff-Hof fast originalgetreu wieder errichten. Mehrere Millionen Euro lasse er sich das kosten, sagte er der NP. Acht Wohnungen, als Eigentum und zur Miete, sehen die Pläne vor, darunter auch welche in der alten Scheune von 1815. Derzeit steht sie eher windschief.

Mit einem Dringlichkeitsantrag kämpft der Bezirksrat um Erhalt des Anwesens und der Scheune und für den Wohnungsbau. Die Kommunalpolitiker hoffen auf Einigung zwischen der Denkmalschutzbehörde und de Groot. Er hat einen Kaufvorvertrag mit dem Besitzer des Hofes geschlossen, könnte sogar noch von dem zurücktreten. „Wir sind gewohnt, das, was wir anfangen, zu Ende zu führen“, versicherte er der NP. Noch gehe er aus von einer einvernehmlichen Lösung.

Allerdings hängt der Kompromiss von den Auflagen ab. Eine davon ist laut Busse: Müssen die Innenbalken stehen bleiben, die eine lichte Höhe von nur 2,20 Meter zulassen? Die wichtigste aber scheint, die Frage der damit verbundenen Kosten. Sollte die Sanierung unwirtschaftlich sein, stünde einem Abriss kaum noch etwas entgegen.

De Groot hat den Eindruck, mit der Stadt Hannover sei er „in zielführendem Dialog“. Bezirksbürgermeister Henning Hofmann hofft, dass dem wirklich so ist. „Der Erhalt des Hofes ist wichtig für Groß-Buchholz“, findet er. „Er prägt entscheidend mit das Erscheinungsbild des alten Dorfkerns.“

Busse, der wie kein anderer von der Geschichte des Anwesens weiß und alle Hintergründe um die Denkmalschutz-Schwierigkeiten kennt, empfindet den Kampf ums Haus noch emotionaler: „Wenn jetzt kein Kompromiss gelingt, wird dieser Hof keine zweite Chance erhalten. Für uns geht dann ein Stück Heimat verloren.“

Von Vera König


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