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Meine Stadt Integration: US-Botschafter informiert sich an IGS Linden
Hannover Meine Stadt Integration: US-Botschafter informiert sich an IGS Linden
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19:13 14.12.2009
Botschafter Philip D. Murphy (Mitte) schüttelt einem Schüler der IGS Linden zur Begrüßung die Hand. Quelle: Wilde
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VON ANDREAS KRASSELT

Hannover. Mit Einwanderung haben die USA viel Erfahrung, doch in Sachen Integration können sie nicht unbedingt als Vorbild dienen. Die IGS Linden – in diesem Jahr mit dem Jakob-Muth-Preis für inklusive Schule der Bertelsmannstiftung ausgezeichnet – schon. Ein guter Grund für den US-Chefdiplomaten, auf seinem Weg zum Antrittsbesuch bei Ministerpräsident Christian Wulff vorher in der Schule Station zu machen.

Für die Schüler eine aufregende Sache. In großer Traube hießen sie den Botschafter willkommen, locker-leger schüttelte der als unkonventionell geltende Murphy etliche Hände. Zehn Schüler aber, alle mit Migrationshintergrund, durften auf Tuchfühlung mit dem 52-Jährigen gehen, der ein Freund Barack Obamas ist und als Finanzchef der Demokraten dessen Wahlkampf die nötige Hilfe verschaffte.
Eine Stunde lang unterhielt sich Murphy mit den Schülern, erkundigte sich, wer von ihnen in Deutschland geboren wurde und wer nicht, fragte nach ihren Erfahrungen mit deutschen Schulen, die durchaus unterschiedlicher Natur waren.

Komlan Akakpovi (18) etwa kam mit neun Jahren aus Togo nach Hannover. Damals sprach er kein Wort Deutsch. „Ich besuchte eine Sprachschule und ging dann zur Hauptschule“, berichtet er. Die verließ er mit Gymnasialempfehlung, ging aber zur Realschule, weil das mit der Sprache „noch nicht so richtig gut ging“. Vor einem Jahr wechselte er zur IGS.

Das Konzept der Gesamtschule ist dem Botschafter vertraut. „Unsere Schulen sind auch Gesamtschulen“, sagt er. Bildung sei ein sehr wichtiges Thema, „auch für Obama“. Deutschland und die USA seien sich ähnlich, beide Gesellschaften überaltert und schrumpfend. „Ihr seid die Zukunft“, ruft er den Schülerinnen und Schülern zu – und bezieht das deutlich auf ihre ethnische Herkunft.

Die Wahl Barack Obamas zum US-Präsident zeige, wie viel sich seit den 90er Jahren verändert habe, wenn auch in kleinen Schritten. „Jeder von euch kann alles werden“, sagt Murphy. „Es liegt an euch. Sagt nicht: Ich kann das nicht, und lasst euch das nicht sagen.“ Die Botschaft des Botschafters kommt an.

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