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Meine Stadt In U-Banhstation verhaftet: Verdacht auf mitgeführte Schusswaffe
Hannover Meine Stadt In U-Banhstation verhaftet: Verdacht auf mitgeführte Schusswaffe
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00:16 17.08.2017
SOFTAIR-PISTOLE: Verschießt per Druckluft (runde) Kugeln verschiedenster Materialien – und sieht aus wie eine echte Waffe.
HANNOVER

Festnahme mit gezogener Waffe in der U-Bahnstation am Kröpcke: Auf dem Bahnsteig der Stadtbahn-Linie 1 stellten zwei Polizisten am frühen Sonntagnachmittag einen Jugendlichen (16) und seine Begleiterin (21) – sie wurden verdächtigt, eine Schusswaffe mit sich zu führen. Das zumindest hatte eine 45-Jährige aus Pattensen beobachtet: sie hatte gesehen, wie der Junge am Opernplatz mit einer Waffe hantierte – und die Polizei informiert.

Die Pattenserin folgte den beiden Verdächtigten und blieb per Handy mit der Polizei in Verbindung, so dass eine Streifenwagenbesatzung von der Leitstelle direkt zum Aufenthaltsort im Untergrund dirigiert werden konnten. Da die Polizisten mit einer möglicherweise scharfen Schusswaffe rechneten, nahmen sie die Beiden mit gezogener Dienstwaffe fest – nur vorläufig: Die Überprüfung ergab, dass es sich um eine Softair-Pistole handelt (siehe Info rechts).

Die Polizei ermittelt nun gegen den Jugendlichen wegen „Führens einer Anscheinswaffe“, welches eine Ordnungswidrigkeit darstellt und mit einer Geldbuße geahndet wird. Das ergibt sich laut einem Polizeisprecher aus dem Waffengesetz (siehe Text rechts) und gelte kurz gefasst für alle derartigen Objekte, „die der Optik nach den Anschein einer richtigen Waffe haben, für einen Außenstehenden also wie eine echte Waffe aussehen“. Dabei komme es „auf die Situation im Einzelfall an“, erklärt der Polizeisprecher. Beim Karnevalsumzug dürfte es da Angesichts eines eindeutigen Kinder-Cowboy-Revolvers nicht so streng zugehen. Dennoch: „Wir raten von solchen Sachen ab“. Auf jeden Fall habe die Pattenserin verantwortungsbewusst und couragiert gehandelt.

Waffengesetz und Softair

Das Führen einer Anscheinswaffe ist laut Paragraf 42a des Waffengesetzes verboten. Als Anscheinswaffe zählen Schusswaffen, die „ihrer äußeren Form nach im Gesamterscheinungsbild den Anschein von Feuerwaffen (...) hervorrufen“ und ihre „Kugeln“ nicht mit heißen Gasen abfeuern. Dazu zählen auch Nachbildungen und unbrauchbar gemachte Schusswaffen, sofern sie wie echte aussehen. Ausgenommen sind „Gegenstände“, die erkennbar etwa zum Spiel oder für Brauchtumsveranstaltungen bestimmt sind“.

Eine Softairwaffe ist eine Druckluftwaffe, die laut dem Lexikon Wikipedia beim taktischen Geländespiel Airsoft und für eine Art des Sportschießens benutzt wird. Softairwaffen sind oft echten Schusswaffen täuschend echt nachgebaut (teil mit Lizenz vom Originalhersteller), führen mit ihrer Munition (Rundkugeln unterschiedlichster Materialien) nicht zu lebensgefährlichen Verletzungen. Die Schussenergie wird per Federdruck, Gas oder eines elektromechanisch betriebenen Druckluftsystems erzeugt.

Von RALPH HÜBNER

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