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Im Großraum Hannover kletterte die Zahl der Fahrgäste von 172,4 Millionen im Jahr 2005 auf 195,9 Millionen im Jahr 2011. (Archivbild)

Im Großraum Hannover kletterte die Zahl der Fahrgäste von 172,4 Millionen im Jahr 2005 auf 195,9 Millionen im Jahr 2011. (Archivbild)© Rainer Dröse / NP

GVH

Immer mehr Fahrgäste in Bussen und Bahnen

Busse und Bahnen in Hannover und Norddeutschland verzeichnen wachsende Fahrgastzahlen. Als einen Faktor für diese Entwicklung nennen die Verkehrsverbünde die seit Jahren steigenden Spritpreise.

Hannover. Die höheren Fahrgastzahlen in den öffentlichen Verkehrsmitteln in Niedersachsen hingen mit den gestiegenen Kraftstoffpreisen zusammen, sagte ein Sprecher des GVH-Verkehrsverbunds der Region Hannover auf dapd-Anfrage. Es gebe wegen der erhöhten Spritpreise viele Umsteiger vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel. Genauere Zahlen würden allerdings nicht erhoben. In dem Großraum kletterte die Zahl der Fahrgäste von 172,4 Millionen im Jahr 2005 auf 195,9 Millionen im Jahr 2011.

Beim Verkehrsverbund Bremen-Niedersachsen werden die gestiegenen Spritpreise ebenfalls als ein Faktor für die steigenden Fahrgastzahlen gesehen. Dass es in den vergangenen Jahren trotz Preiserhöhungen zu keinem Rückgang bei der Zahl der Reisenden kam, "ist zum Teil auf die deutliche Steigerung bei den Benzinpreisen zurückzuführen", sagte ein Sprecher des Verkehrsverbunds. In dem Gebiet rund um Bremen wuchs die Zahl der Fahrgäste zwischen 2005 und 2011 von 131,5 Millionen auf 140,2 Millionen.

Auch bei der Braunschweiger Verkehrs-AG wird eine Verbindung zwischen der Entwicklung der Spritpreise und den steigenden Fahrgastzahlen gesehen. Die höheren Preise für Benzin spielten eine gewisse Rolle für den Zuwachs an Passagieren, besonders bei jüngeren Kunden, hieß es seitens des Unternehmens. Andere Gründe seien das zunehmende ökologische Bewusstsein sowie die Verbesserung von Fahrplänen und Serviceangeboten durch die Verkehrsunternehmen. In dem Verbund wuchs die Zahl der Fahrgäste zwischen 2005 und 2011 leicht von 34,22 Millionen auf 35,01 Millionen.

In Hamburg und Schleswig-Holstein schätzen die Unternehmen die Rolle der gestiegenen Spritpreise etwas zurückhaltender ein. Autofahrer in Hamburg stiegen nicht häufiger als sonst auf öffentliche Verkehrsmittel um, sagte eine Sprecherin des Hamburger Verkehrsverbunds (HVV). "Unsere Fahrgastzahlen steigen zwar seit Jahren kontinuierlich an, das hängt aber auch mit anderen Faktoren wie etwa der wachsenden Stadtbevölkerung zusammen", erklärte sie. Ein Einfluss der Spritpreise auf die Fahrgastzahlen sei - wenn überhaupt - nur langfristig zu erkennen.

Ähnlich sieht es die Landesweite Verkehrsservicegesellschaft (LVS) in Schleswig-Holstein. Gleichwohl könne aber ein Einfluss der Spritpreise auf das Verhalten der Menschen nicht völlig ausgeschlossen werden, sagte LVS-Sprecher Dennis Fiedel. Der Marktanteil des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) am Gesamtverkehr sei von 6,0 Prozent im Jahr 2005 auf 7,2 Prozent im Jahr 2011 gestiegen. "Das deutet schon auf ein paar Wechsler hin, die vom Auto auf Bus und Bahn umgestiegen sind", sagte Fiedel.

Im selben Zeitraum sei auch die Zahl der Fahrgäste um 18 Prozent gestiegen. Die Schwankungen des Spritpreises während der Jahre spiegelten sich aber in den Zahlen nicht wider. Leider habe sich bislang niemand die Mühe gemacht, die Fahrgäste explizit nach dem Grund ihrer Entscheidung für den ÖPNV zu befragen, betonte er. Eine vom Bundesverkehrsministerium in Auftrag gegebene Studie dokumentiere, dass Autofahrer bei steigenden Spritpreisen eher auf kleinere Autos oder das Fahrrad umstiegen statt auf Bus und Bahn, sagte eine Sprecherin des HVV.

Nach einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) fahren die Menschen bundesweit trotz steigender Spritpreise nicht weniger, sondern sogar mehr Auto. Während in Deutschland zugelassene Kraftfahrzeuge im Jahr 2006 etwa 687 Milliarden Kilometer zurücklegten, waren es im Jahr 2010 bereits knapp 705 Milliarden Kilometer. Daran ändert auch die Entwicklung der Kraftstoffpreise nichts, die nach Angaben des ADAC in den vergangenen Jahren stark stiegen. Lag der Preis für einen Liter Super-Benzin im Jahr 1998 noch bei rund 80 Cent, stieg er bis zum Jahr 2011 auf mehr als 1,50 Euro. Ähnlich ist die Entwicklung bei Diesel. Hier kletterte der Literpreis in dem Zeitraum von knapp 60 Cent auf mehr als 1,40 Euro. (dapd)


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