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Meine Stadt Ihme-Zentrum: Zweifel und Hoffnung in Hannover
Hannover Meine Stadt Ihme-Zentrum: Zweifel und Hoffnung in Hannover
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10:52 03.08.2017
VISION: So soll die neue Fassade des Ihme-Zentrums aussehen. Sie kostet gut zehn Millionen Euro. Quelle: privat
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Hannover

Im Herbst steht eine neue Eigentümer-Versammlung im Ihme-Zentrum an. So lange werden die Wohnungsbesitzer wahrscheinlich auch brauchen, um sich von den jüngsten Diskussionen zu erholen. Geendet hat ihr Treffen am Dienstag mit einem Eklat. Einer der drei Sprecher im Verwaltungsbeirat drohte mit seinem Rücktritt – und ging.
Wie ernst das ge­meint ist, weiß niemand. Und keiner redet gern über das, was in den vier Stunden im Gasometer an der Glocksee passierte. Die Darstellung des Verwalters Torsten Jaskulski, Konflikte habe es nicht beim Beschluss für den Bauantrag zur Fassadensanierung gegeben, sondern bei Fragen der Bauausführung, scheint geschönt.
Wie berichtet, will die Stadt endlich Investitionsbereitschaft bei Großeigentümer Amir Dayan erkennen. Nur wenn seine Firma Intown  den Bauantrag für die Fassadensanierung einreicht, ist die Verwaltung zu längerfristigen Mietverträgen bereit. Ansonsten würden Hunderte von Büros nach und nach verwaisen und die Mitarbeiter woanders untergebracht.

Zweifel gibt es, aber keiner will wieder Stillstand erleben

Dem Bauantrag hat die Eigentümer-Versammlung zugestimmt. Laut Jas­kuls­ki „mit 202 000  gegen 363 Stimmrechte“. Diese Rechte orientieren sich an den Eigentumsanteilen. Auf Dayan entfallen angeblich 180 000. 90 Prozent der sanierungsbedürftigen Fassade sind sein Besitz.
Wie die Eingänge zu den anderen zehn Prozent gestaltet werden, war nur ein Streitpunkt zur Bauausführung. Viel wichtiger schien die Festlegung, das alles betreffe den Großeigner „oder dessen Rechtsnachfolger“.
„Keiner von uns will jahrelangen Stillstand erleben wie mit Investor Carlyle“, heißt es von den Wohnungseigentümern. Carlyle hatte 2006 den Großteil des Ihme-Zentrums vom Anleger Frank-Michael Engel übernommen, drei Jahre später aber Insolvenz für die Projektgesellschaften angemeldet.
Inzwischen mehren sich die Zweifel, dass Dayan wirklich investiert. Die Situation sei verfahren, sagt einer. Und: „Wir Wohnungseigentümer sind traumatisiert durch einen Reinfall nach dem anderen.“ Auch die Stadt will keinen Reinfall mehr erleben. Nach NP-Infos reicht ihr ein Bauantrag nicht aus. Bei Mietverträgen will sie sich angeblich ein Rücktrittsrecht einräumen lassen – wenn es nicht auch zur Bauausführung kommt.

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