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Meine Stadt Ihme-Zentrum: OB macht dem Investor Druck
Hannover Meine Stadt Ihme-Zentrum: OB macht dem Investor Druck
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12:12 05.10.2016
Quelle: Tobias Kleinschmidt
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Hannover

Ihme-Zentrum-Eigner Amir Dayan ist auf Immobilien-Shopping-Tour in Hannover. „Wir bekommen mit, dass er viel erwirbt“, sagt Oberbürgermeister Stefan Schostok im NP-Interview gestern auf der Expo Real. Aber wann beginnt der Investor endlich mit der Revitalisierung der Betonburg? Der Verwaltungschef dazu: „Mehr Druck geht nicht.“

Ende November läuft das Ultimatum ab, das die Stadt Amir Dayan für konkrete Pläne zur Sanierung des Ihme-Zentrums gestellt hat. Meinen Sie, dass der Investor mit Hochdruck arbeitet?

Bis Ende des Jahres, so die verbindliche Übereinkunft, muss er Sanierungspläne vorlegen. Er bekommt die vereinbarte Zeit – mehr aber nicht. Das haben wir ihm sehr deutlich gemacht. Unsere Einschätzung ist: Mehr Druck geht nicht, er muss endlich Pläne vorlegen.

Dayan behauptet, er investiere bereits kräftig. Zu sehen ist davon allerdings nichts.

Monat für Monat zahlt der Eigner 300 000 Euro Hausgeld. Das ist seine Pflicht. Deshalb tut er sicher etwas – aus unserer Sicht reicht das nicht, er muss endlich in Gewerbeflächen und die Sanierung der Türme investieren.

Die Stadtverwaltung ist der Ankermieter. Was, wenn die Frist abläuft, ohne dass Sie das Gefühl einer Wendung zum Besseren haben?

Der Investor braucht unsere Mieteinnahmen. Das sind für unsere knapp 19 000 Quadratmeter rund 1,63 Millionen Euro jährlich. Wir drohen nicht nur mit dem Auszug – wir bereiten ihn vor und sind dabei gut unterwegs.

Und wenn der erste Fachbereich Ende 2017 wirklich auszieht?

Dann bekommt der Investor ein finanzielles Problem. Ihm droht die Insolvenz. Nicht wünschenswert, aber unvermeidlich.

Er hätte dann aber nur das Stammkapital seiner GmbH, also 25 000 Euro, in den Sand gesetzt, plus die noch nicht gedeckten Erwerbskosten.

Der Schaden für seine Reputation wäre gewaltig!

Sie würden dann auf den nächsten Investor hoffen?

Die Chancen, einen zu finden, stehen nicht so schlecht. Wir würden auch diesem zusichern, wieder Büros anzumieten.

Auf der Immobilienmesse Expo Real kursiert das Gerücht, Amir Dayan werde das ebenfalls ihm gehörende ehemalige Maritim- Grandhotel nicht umbauen, sondern nach dem Auszug der Flüchtlinge an einen anderen Investor verkaufen. Angeblich verhandele er bereits.

Dazu kann ich nichts sagen. Da die Immobilie unter unser Erbbaurecht fällt, bräuchte er unsere Zustimmung. Wir bekommen mit, dass Amir Dayan viel in Hannover erwirbt. Offenbar strukturiert er sein Portfolio in der Stadt neu – und versucht noch mehr von ihrem Wachstum zu profitieren.

von Vera König

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