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 © Frank Wilde

Prozess

Ihme-Zentrum: Mann vergewaltigt Hochschwangere

Eine DNA-Spur führte zum Täter: Nori N. hat eine 20-jährige hochschwangere Frau im Ihme-Zentrum vergewaltigt. Der Flüchtling aus Marokko konnte aber erst mehr als ein Jahr nach der Tat in Belgien verhaftet werden. An die Tat will er sich nicht mehr erinnern können. Er habe zu der Zeit viel Wodka getrunken und täglich gekiffet.

hannover. Die Nische neben dem Fahrstuhlschacht am Ihme-Platz 6/8 ist mittlerweile mit Holzbrettern abgesperrt. In der Nacht des 29. Julis 2015 war die Nische noch frei. Fast zwei Stunden lang quälte Nori N. (angeblich 27) sein Opfer (damals 20). Er schlug und vergewaltigte die hochschwangere Frau. Ein besonders schwerer Fall. Mindeststrafe fünf Jahre.

Um kurz nach 5 Uhr konnte sie sich befreien. Lief mit nacktem Unterleib und blutverschmiertem Gesicht auf die Straße. Ein Zeitungsausträger (75) rief die Polizei. Der Anblick des Vergewaltigungsopfers machte den erfahrenen Mann fertig: „Ich dachte, dass packst Du nicht“, sagte er im Landgericht.

Nori N. ließ über seinen Anwalt, Philipp Kaiser, eine Erklärung verlesen: „Ich habe zu dieser Zeit täglich eineinhalb bis zwei Liter Wodka getrunken und drei bis vier Gramm Haschisch konsumiert. Ich kann mich an nichts mehr erinnern.“ Er gehe jedoch davon aus, dass er die Tat begangen habe.

Etwas Anderes blieb dem Mann aus Marokko auch nichts übrig. Seine DNA wurde am Körper des Opfers gefunden. Die Polizei hatte seine Erbmerkmale gespeichert. Nori N. war mal Opfer einer Messerattacke geworden.

Im Herbst 2016 wurde der Flüchtling in Belgien verhaftet. Wie so vieler seiner Landsleute lebte er nach dem Motto: Heute hier, morgen dort. Mindestens drei Alias-Namen sind von ihm bekannt. Ebenso wie verschiedene Geburtstage.

Zwischen ihm und dem Opfer gab es keinerlei Beziehung. Sie war im siebten Monat schwanger. Die 20-Jährige kam aus der Wohnung ihres Freundes. Das Paar hatte sich gestritten. Zur falschen Zeit am falschen Ort fiel sie dem Angeklagten in die Hände, wahrscheinlich wartete er im Treppenhaus auf irgendein Opfer.

Tragisch: Während des Sex-Verbrechens lief eine Security-Frau (53) mit ihrem Hund im Bereich des Ihme-Zentrums Streife. Gegen kurz nach 5 Uhr verwies sie einen Obdachlosen aus dem riesigen Wohnblock. Von der Vergewaltigung bekamen sie und ihr Hund nichts mit. Sie meinte zur NP: „Den Angeklagten hätte ich gerne gepackt.“

Das junge Opfer hatte unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Landgericht ausgesagt. Die Aussage soll ihr sehr schwer gefallen sein. Viele Tränen flossen.

 Weiter am 17. Juli

Von Thomas Nagel


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