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Meine Stadt IHK Hannover in Sorge wegen Verkehrswende
Hannover Meine Stadt IHK Hannover in Sorge wegen Verkehrswende
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15:05 07.12.2018
In Sorge: IHK-Verkehrsexperte Christian Bebek (links) mit IHK-Hauptgeschäftsführer Horst Schrage. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Mehr Mut bei der Verkehrswende. Mehr ÖPNV, Radfahrer und Fußgänger. Weniger Autos. Die SPD sucht nach Strategien für die Verkehrswende. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) in Hannover verfolgt die aktuellen Diskussionen jedoch mit Bauchschmerzen. Ihr Verkehrsexperte Christian Bebek warnt vor, dass sich die Stadt als „Wirtschafts- und Handelsstandort mutwillig ins Abseits“ schiebe.

Bebek verweist darauf, dass der wirtschaftliche Erfolg mit Firmen wie VW Nutzfahrzeuge und der Continental AG maßgeblich an der Autoindustrie hänge. „Die halbe Stadt lebt vom Auto – aber abends hauen wir auf Diskussionsrunden auf diese Produkte ein“, kritisiert er. Zudem gebe es rund 160 000 Einpendler, auf die die Stadt als Arbeitskräfte angewiesen sei.

Dabei sei auch die IHK keineswegs gegen den Ausbau von ÖPNV und Radverkehr. „Uns ist es gleichgültig, wie die Leute in die Stadt kommen“, sagt Bebek. Allerdings solle man den Bürgern nicht das Autofahren verleiden, sondern „realistische Alternativen schaffen“.

Nahverkehr muss verbessert werden

Vor allem im Nahverkehr sieht der IHK-Verkehrsexperte viel Verbesserungsbedarf. Eine Mitarbeiterin von ihm, die aus dem Raum Hildesheim komme, brauche anderthalb Stunden, wenn sie damit zur Arbeit kommen wolle.

Entschieden spricht sich Bebek aber gegen ein 365-Euro-Ticket im Nahverkehr aus, wie es das Ampelbündnis im Rat nach Wiener Vorbild für Hannover fordert. Damit würden „überwiegend Menschen subventioniert, die den ÖPNV ohnehin schon nutzen und sich diesen auch ohne weiteres leisten können“, sagt Bebek. Die rund 50 Millionen Euro, die das kosten würde, will er lieber verwenden, „um den ÖPNV auszubauen und attraktiver zu machen“.

Ein weiterer Vorschlag, der am Mittwoch von der SPD im Freizeitheim List diskutiert wurde: Arbeiten und Wohnen in gemischten Quartieren möglich machen, Stadtplanung so gestalten, dass weniger und kürzere Wege möglich sind. Die IHK begrüßt das. Sie plädiert zum Beispiel dafür, Nahversorger so anzusiedeln, dass diese gut zu Fuß und per Rad zu erreichen sind. Allerdings gebe es auch Grenzen. Industriebetriebe, die Lärm und Verkehr verursachen, seien nicht in Wohngebieten denkbar, so Bebek.

Von Christian Bohnenkamp

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