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Meine Stadt IHK Hannover macht Firmen Ostafrika schmackhaft
Hannover Meine Stadt IHK Hannover macht Firmen Ostafrika schmackhaft
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16:56 23.01.2019
ZUKUNFTSMARKT: Ostafrikanische Länder exportieren derzeit vor allem landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Blumen, Tee oder Kaffee und Rohstoffe. Quelle: Foto: AFP
HANNOVER

Für Maria Flachsbarth ist die Sache klar: „Afrika ist unser Nachbarkontinent und ein riesiger Markt, dessen Bevölkerung sich bis 2050 auf mehr als zwei Milliarden Menschen verdoppeln wird“ sagt die Staatssekretärin im Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. „So einen wachsenden Markt vor der Haustür sollte man nicht links liegen lassen.“ Die IHK Hannover geht das Thema deshalb offensiv an: Morgen lädt der Verband Unternehmen zu einem „Botschafterdialog Ostafrika“, um Interesse zu wecken und Informationen weiterzugeben. Rund 90 Firmen haben sich angemeldet, um sich mit offiziellen Vertretern der Länder Äthiopien, Dschibuti, Kenia, Ruanda, Sudan, Südsudan und Uganda sowie der Staatssekretärin auszutauschen.

Wie IHK-Chef Horst Schrage erklärt, könnte der Verband Firmen „bei der Beobachtung und Entwicklung der dortigen Märkte unterstützen“. Aktuell gibt es bei der IHK Hannover bereits eine Arbeitsgemeinschaft Afrika, in der sich 30 bis 50 Firmen mehrmals im Jahr zum Erfahrungsaustausch treffen. Das Engagement soll verstärkt werden, auch wegen des „ansehnlichen Wachstums“ der Region, wie Schrage sagt. Das Wirtschaftswachstum in Ostafrika lag 2018 bei 5,9 Prozent, 2019 werden es voraussichtlich 6,1 Prozent. Der Wert der niedersächsischen Ausfuhren in die Region im Jahr 2017 betrug knapp 59 Millionen Euro, vor allem Waren aus dem Kfz- und Zuliefersegment sowie Maschinen und chemische Erzeugnisse. Importiert wurden aus den acht ostafrikanischen Ländern lediglich Waren im Wert von rund zehn Millionen Euro. Dabei handelt es sich überwiegend um Lebensmittel (Kaffee, Tee, Obst) oder Rohstoffe (Edelmetalle etc.).

Mehr als 100 niedersächsische Unternehmen haben bereits wirtschaftliche Kontakten nach Ostafrika aufgebaut (bundesweit rund 1000). Dazu gehört der Langenhagener Arzneimittelhersteller Repha, der Ende 2016 in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ein Projekt zur nachhaltigen Myrrhe-Produktion in Äthiopien gestartet hat. Hintergrund für das Engagement sei, dass in den vergangenen Jahren die Qualität der auf dem Weltmarkt verkauften Myrrhe immer schlechter geworden sei. Jetzt werden die Pflücker und Arbeiter vor Ort geschult, um eine nachhaltige Myrrhe-Produktion sowie eine vernünftige Lieferkette aufzubauen. Bei Repha geht man davon aus, ab Ende 2020 eine verlässliche Myrrhe-Produktion in Äthiopien implementiert zu haben.

Derzeit sei vor allem China vor Ort sehr aktiv, berichtet Flachsbarth. Die Asiaten würden sich im großen Rahmen in Infrastrukturprojekten engagieren. Laut Experten wären 170 Milliarden Euro pro Jahr an Investitionen für Infrastruktur in Afrika nötig. Auch niedersächsische Firmen könnten davon profitieren. Man bemühe sich nun, bei Projekten die deutsche Wirtschaft mit ins Boot zu holen, um nachhaltige Erfolge bei der Entwicklung zu erzielen und den dortigen Mittelstand zu stärken. „Diese Länder brauchen eine wirtschaftliche Perspektive.“

Von Inken Hägermann

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