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Meine Stadt Ministerium reagiert auf Streikdrohung der IGS-Mühlenberg
Hannover Meine Stadt Ministerium reagiert auf Streikdrohung der IGS-Mühlenberg
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18:55 05.10.2018
Mehr Unterrichtsversorgung: Schüler und Eltern der IGS Mühlenberg drohen mit Streik. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Nach einem NP-Artikel über die Streikdrohung von Eltern und Schülern der IGS-Mühlenberg (Leonore-Goldschmidt-Schule) wegen zu viel Unterrichtsausfall sucht Niedersachsens Kultusministerium verstärkt nach Lösungsmöglichkeiten. Laut einem Bericht der Deutschen Presseagentur (DPA) soll sogar eine neue Stelle kurzfristig besetzt worden sein. „Wir sind im Gespräch mit der Schule, um relativ schnell eine Lösung zu finden“, zitierte die Agentur eine Ministeriumssprecherin am Freitag in Hannover. Obwohl der Pflichtunterricht gesichert sei, ist die Lage dort nicht zufriedenstellend, so die Sprecherin.

Elternvertreter und Schüler hatten beklagt: Während Gymnasien eine Lehrerversorgung von 107 Prozent hätten, seien für Gesamtschulen nur 93 Prozent angesetzt. An der IGS Mühlenberg sogar nur 87 Prozent in der Sekundarstufe I – aber nur, wenn alle Lehrer da und gesund seien. Davon gingen nochmal 15 Prozent für Förder- und Differenzierungsangebote ab, die Gymnasien nicht haben. Das bedeute für die IGS: 300 Stunden pro Woche fallen aus.

Das Kultusministerium reagierte am Freitag auf die Kritik und kündigte an, dass durch Vertretungslehrkräfte oder Abordnungen nun zügig eine Lösung gefunden werden solle. Die Sprecherin: „Ich kann Ihnen mitteilen, dass mit Stand heute eine weitere Stelle besetzt werden konnte.“

Euphorie lösen die Worte aus dem Kultusministerium bei Schulelternratsvorsitzenden Joachim Jensch nicht aus. „Wir freuen uns, dass das Ministerium auf den Artikel reagiert. Allerdings bräuchten wir noch sechs weitere Vollzeitstellen für einen angemessenen Unterricht.“ Auch Abordnungen seien keine wirkliche Lösung, da man mit kurzfristigen und stundenweisen Hilfen nicht langfristig planen könne. „Wir erwarten vom Ministerium generell, dass es sich zur Schulform IGS bekennt. Zurzeit bekennt es sich eher zum Gymnasium“, kritisiert Jensch.

Ähnlich sieht es IGS-Mühlenberg-Schulleiter Michael Bax. „Neben der Inklusion haben wir auch viel mit der Integration von Sprachanfängern zu leisten. Die politische Forderung nach einem Sozialindex ist dabei eine gute Idee.“ Dieser Index würde für Schulen mehr Personal bedeuten, die viele Schüler mit wenig Deutschkenntnissen oder aus bildungsfernen Familien unterrichten. Das angekündigte Engagement des Ministeriums begrüßt der Schulleiter zwar. „Ich messe die Menschen aber gerne an ihren Taten“, so Bax. In jüngster Zeit habe sich niemand vom Ministerium bei ihm gemeldet. Von einer neu besetzten Stelle wisse er auch nichts. „Außer von einer, die wir vor einigen Tagen selbst besetzen konnten.“ Für weitere Fragen war im Ministerium gestern niemand erreichbar.

Übrigens: An dem angekündigten Streik am 8. November wollen Eltern und Schüler trotzdem festhalten. Ratsvertreter Jensch: „Uns Eltern und den Schülern ist klar: So kann es nicht weitergehen.“

Von Simon Polreich

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