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Meine Stadt An der IGS Stöcken fallen jede Woche 230 Stunden aus
Hannover Meine Stadt An der IGS Stöcken fallen jede Woche 230 Stunden aus
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00:18 28.09.2018
Hat einen Brandbrief geschrieben: Der Elternrats- vorsitzende Herbert Mesen- brink (vorne Mitte) steht mit Eltern und Schülern vor der IGS Stöcken. Quelle: Foto: Frankenberg
Hannover

Während heute der Weg für ein 18. Gymnasium in der Stadt geebnet werden soll, kommt von der IGS Stöcken ein Hilferuf. Die Schule, an der über 80 Lehrer unterrichten, hat sich mit einem Brandbrief an das niedersächsische Kultusministerium gewandt. „Die Unterrichtsversorgung liegt bei 92 Prozent. Jede Woche fallen 230 Schulstunden aus weil sieben Vollzeitlehrerstellen für den Regelunterricht fehlen“, appelliert Herbert Mesenbrink. Seit vier Jahren ist er Vorsitzender des Schulelternrates. Gut war die Unterrichtsversorgung an der Gesamtschule nie, „aber noch nie war es so schlimm wie jetzt. Es reicht.“

Insgesamt besuchen rund 800 Jungen und Mädchen die IGS Stöcken – von der fünften bis zur zehnten Klasse. „Diese Schüler bekommen angesichts der mangelhaften Unterrichtsversorgung nicht den Grundstock an Bildung, der ihnen eigentlich zusteht. Stattdessen werden sie abgehängt, die Bildungsschere klafft immer weiter auseinander. Die IGS Stöcken erfüllt derzeit nicht ihren originären Bildungsauftrag. Das ist skandalös und trifft besonders die Abschlussjahrgänge“, ärgert sich der Vorsitzende.

Der Förderunterricht der Klassen fünf und sechs entfällt komplett

Konkret heißt das im Schulalltag: Der Förderunterricht in den Klassen fünf und sechs entfällt komplett. Mesenbrink: „Das trifft Flüchtlingskinder, ebenso wie andere förderintensive Schüler.“ Von ehemals zwölf Förderschullehrern sind inzwischen nur noch neun an der Schule. Neueinstellungen gab es keine. „Für eine Schule, an der viele Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern stammen, ist das äußerst problematisch.“

Ebenfalls gestrichen: die Arbeitsgemeinschaften in der Jahrgangsstufe fünf sowie der Islamunterricht. Seit Beginn des Schuljahres kann sich die Gesamtschule streng genommen nicht mehr Ganztagsschule nennen. Denn, so Herbert Mesenbrink: „Aufgrund der Unterrichtsversorgung entfällt der Ganztag dienstags komplett. Das betrifft zwar nicht den Regelunterricht, wohl aber die Ganztagsangebote. Statt wie bisher um 16 Uhr kommen die Schüler an diesem Tag nun bereits um 13 Uhr nach Hause. Das stellt viele berufstätige Eltern, die sich bewusst für eine Ganztagsschule entschieden haben, vor enorme Herausforderungen.“

Eine Möglichkeit: Vertretungslehrkräfte

Mesenbrink und seine Mitstreiter im Schulelternrat, Franziska Prange und Marco Schulze, sehen die Hauptursache für die Probleme in einer verfehlten Personalpolitik des Kultusministeriums. Dort heißt es auf Anfrage: „Die Unterrichtsversorgung an der IGS Stöcken ist nicht zufriedenstellend, die Erteilung des Pflichtunterrichts ist aber gesichert.“ Die Landesschulbehörde habe mit der Schule „beraten, wie die Unterrichtsversorgung verbessert werden kann“. Etwa durch weitere Vertretungslehrkräfte. Aktuell sind bereits mehrere Lehrer von anderen Schulen mit insgesamt rund 150 Stunden an die Gesamtschule abgeordnet. Mesenbrink: „Dass der tägliche Unterrichtsbetrieb überhaupt noch läuft, ist nur dem engagierten Kollegium zu verdanken. Wielange es das noch durchhält, ist fraglich.“ Das Kultusministerium würde gerne mehr neue Lehrer einstellen, doch es fehle an Bewerbern.

Von Britta Lüers

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