Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt ICE nach Hannover bleibt im Tunnel stecken
Hannover Meine Stadt ICE nach Hannover bleibt im Tunnel stecken
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:21 11.01.2010
Der heftige Winter führt am Hauptbahnhof Hannover immer wieder zu Verspätungen.
Anzeige

Hannover. Montag Mittag im ICE 882 von München nach Hannover. Kurz vor Kassel verschluckt der Richthoftunnel den Zug. Gegen 12.10 Uhr schreckt ein Knall die Passagiere auf. Der Zug bremst ab und bleibt schließlich mitten im Tunnel stehen. Nach zwei Minuten meldet sich der Zugführer über Lautsprecher: Vermutlich haben Eisbrocken auf den Gleisen den Unterboden beschädigt – ein Techniker werde sich den Schaden nun von außen angucken. Hunderte Fahrgäste sitzen im ICE, die meisten bleiben noch ruhig.

12.25 Uhr: Das Licht im Zug fällt aus. Nur noch die Tunnel-Neonröhren schimmern trübe ins Abteil. Einige schalten die Beleuchtung ihrer Handys an, damit sie etwas sehen. Vor allem Kinder werden unruhig, eines fragt seinen Vater: „Kippt der Zug gleich um?“ Die Schaffnerin will wissen, ob jemand eine Taschenlampe dabeihat. „So etwas wollte ich nie erleben“, sagt sie.

Die nächste Lautsprecherdurchsage: „Wir gebens auf, dieser Zug fährt keinen Meter mehr.“ Offenbar hat das Eis die Notbremse ausgelöst. Plan B lautet: Evakuierung. Ein zweiter ICE solle neben dem Zug halten, bald sei der Spuk vorbei. Das Innenlicht flackert inzwischen. Immerhin.

Eine Viertelstunde später: Ein IC rauscht durch den Tunnel. Der Zugführer beruhigt via Lautsprecher: „Das war gerade nicht der Zug, der uns retten sollte. Bitte noch wenige Minuten Geduld.“ Freigetränke für alle gibts schon längst: Weil bereits kurz vor Nürnberg der Zug wegen einer Panne eine halbe Stunde stehengeblieben war.

Nach 45 Minuten in der dunklen Röhre rollt endlich der zweite ICE an. Erleichterung im Abteil. Die Schaffner laufen hektisch durch die Gänge, holen Trittbretter für den Umstieg in den anderen Zug. Weitere zehn Minuten vergehen, ohne dass etwas passiert – außer dass jetzt zwei ICEs im Tunnel stehen und die Strecke damit komplett blockiert ist. Plötzlich knackt der Lautsprecher, die nächste Durchsage des Lokführers: „Ich fühle mich langsam verarscht! Mir wurde gerade mitgeteilt, dass wir doch nicht im Tunnel evakuieren dürfen. Wir fahren jetzt im Schritttempo heraus.“ Nach 15 Minuten sind beide ICEs wieder im Tageslicht – endlich können die Passagiere umsteigen. Fast sieben Stunden dauert die Fahrt von München nach Hannover am Ende – so lange wie ein Flug nach New York.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Großeinsatz für die Feuerwehr Hemmingen: An der Göttinger Landstraße brannte der Dachstuhl eines Zweifamilienhauses.

11.01.2010

Der in Köln beheimatete Lufthansa-Ableger Germanwings startet ab 29. April 2010 auch von Hannover aus und wird drei Maschinen in der niedersächsischen Hauptstadt stationieren.

11.01.2010

Nach dem Fund einer zerstückelten Frauenleiche in Hannover untersucht die Polizei DNA-Spuren an der Kleidung des Opfers.

11.01.2010
Anzeige