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Das ist ab 1. April verboten: Um Bodenbrüter vor Angriffen zu schützen, müssen Hunde bis zum 15. Juli an die Leine.© Nancy Heusel

Brut- und Setzzeit

Hunde müssen wieder an die Leine

Hunde, die bellen, beißen ja angeblich nicht. Ab heute geht dem Land Niedersachsen diese Versicherung allerdings nicht mehr weit genug. Bis zum 15. Juli ist Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit, und das bedeutet, dass Hunde in weiten Teilen der Stadt an die Leine genommen werden müssen.

HANNOVER. Das soll Bodenbrüter wie Lerche und Nachtigall, deren Jungtiere und Rotwild vor Angriffen schützen. So will es das Niedersächsische Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung – ausgenommen sind lediglich Jagdhunde, Blindenhunde und Hunde von Behörden wie Polizei oder Zoll.

Dass es dafür ein Gesetz brauche, sei nicht optimal, heißt es vom Naturschutzbund Niedersachsen (Nabu). Hans Fingerhut sagt: „Zwang macht nicht immer Sinn, die Leute müssen es verstehen“, Besonders gefährdet seien Bodenbrüter. „Wenn ihr Nest als entdeckt gilt, dann verlassen sie es“, erklärt er. Weil viele Flächen mittlerweile landwirtschaftlich genutzt werden würden, werde der Platz für Bodenbrüter ohnehin kleiner, generell sei ihr Bestand auf dem Rückzug. Hunde und Katzen hingegen würden immer mehr, beide könnten durch Wildern zum Problem werden. Fingerhut würde es begrüßen, wenn Katzen in die Anleinpflicht „mit einbezogen werden“. Das könne man aber mit den Katzenliebhabern nicht machen.

Ähnliche Töne auf der Bult: „Wir zahlen Hundesteuer, die Katzenbesitzer nichts. Wir müssen die Hunde anleinen, Katzen dürfen aber frei herumlaufen. Die klettern sogar auf die Bäume und greifen da die Nester an“, sagt Brigitta Bahls (48), die mit ihrem Labrador-Bernersennen-Mischling Ben unterwegs ist.

Niedersachsenweit haben Katzen also Glück gehabt. Hunde hingegen haben für die nächsten dreieinhalb Monate nur noch in bestimmten Zonen in der Stadt Auslauf. Nur auf etwa einem Dutzend der sonst 32 Flächen und Wege herrscht ab heute kein Leinenzwang (siehe Karte). Flächen und Wege würden von der Stadt so ausgewählt werden, „dass die Grünanlagen möglichst gut erreichbar sind, eine ausreichende Flächengröße aufweisen und keine absehbaren Gefahrensituationen hervorrufen“, erklärt Stadtsprecher Dennis Dix. Das Bußgeld über einen Verstoß gegen die Anleinpflicht werde grundsätzlich im Einzelfall entschieden, sagt er. In der Vergangenheit wären Verstöße „häufig mit 70 Euro belegt“ worden. Parkranger würden kontrollieren.

Florian Rölfing von der Landesjägerschaft Niedersachsen findet das Gesetz sehr sinnvoll. „Im Frühjahr ist die Natur eine Kinderstube“, erklärt er. Wildernde Hunde könnten Jungtiere töten. Einige Tierarten wie Vögel oder Junghasen würden ihre frisch geborenen Jungen verlassen, wenn sie beunruhigt werden, um sich selbst zu schützen. Sind die Jungen noch nicht auf der Welt, könne die Mutter in Gefahr geraten: „Ein trächtiges Rehwild hat nicht mehr die Fitness auf der Flucht vor Hunden. Der Instinkt des Wilderns ist in den Hunden drin.“

Marcel Stober und Sarah Förste


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