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Meine Stadt Holocaust-Zeugin Kleinberger gestorben
Hannover Meine Stadt Holocaust-Zeugin Kleinberger gestorben
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00:15 13.01.2013
Margot Kleinberger Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Das Opfer aus der Todeszone hat in den vergangenen drei Jahren in München gelebt und ist 81 Jahre alt geworden. Als eine der letzten hannoverschen Zeitzeugen des Holocaust hatte Kleinberger es sich zur Aufgabe gemacht, der Nachwelt und besonders jungen Menschen von den faschistischen Verbrechen gegen die jüdische Bevölkerung zu berichten.

Margot Kleinberger, geborene Kreuzer, war nicht nur aufgrund ihrer Lebensgeschichte ein beachtenswerter Mensch. Ihre Persönlichkeit war markant, ihre zierliche Gestalt voller Klarheit und Kraft. Kein Zeichen davon, dass sie ihre Kindheit überwältigt, verängstigt und hilflos erlitten hatte. Margot Kleinberger hatte nicht vor, ihre Geschichte zu verschweigen. „Die Wahrheit bleibt!“, erklärte die Frau mit den kupfferrot gefärbten Haaren.

Ihr Leben? „Ein Stück hannoversche Historie, die nicht vergessen, sondern weitergegeben werden soll.“ Es kam ihr auch gar nicht in den Sinn, den Mantel des Verzeihens über die Verbrechen der Nazis zu legen: „Weich - das bringt nichts. Gerecht und anständig - das bringt was.“

Ihre ganz persönliche Wahrheit war beeindruckend illu-sionslos: „Wenn die Menschen böse handeln können, dann handeln sie auch böse. Dafür brauchen sie keinen besonderen Grund.“

Erst vor wenigen Wochen war ein weiteres hannoversches Nazi-Opfer gestorben: Helmut Fürst; er hatte in Riga gelitten.

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