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12.1.2018 , Industrie 4.0, FOTO: Florian Petrow :

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© Florian Petrow

Wissenschaft

Hochschule kauft Mini-Fabrik für 600 000 Euro

Für eine Fabrik ist sie nicht gerade groß: 250 Kilo schwer, aus Glas, Aluminium und Kupfer, nur ein paar Schritte lang. Doch technisch hat es die neue Modellfabrik 4.0 „fab4HsH“ der Hochschule Hannover in sich. An ihr sollen Studenten unter möglichst realen Bedingungen lernen, was die Industrie von morgen so alles können soll. 600 000 Euro kostete die Neuanschaffung.

Hannover. Pillendosen. Sie sind sozusagen das Endprodukt der Modellfabrik. Doch natürlich nicht irgendwelche: „Die Produktion von korrekt gefüllten Medikamentenschalen für ein Krankenhaus wird nachgebildet“, erklären Professor Karl-Heinz Niemann und Professor Joachim Imiela, die wissenschaftlichen „Köpfe der Modellfabrik“.

Virtuelles Krankenhaus

Die Arbeit, die sonst ein Pfleger erledigt, übernimmt hier die Maschine. Und mehr noch: Sie stellt die Dosen her, befüllt ihre Fächer, versieht sie mit Codes sowie Patientendaten und recycelt sie hinterher. „Die Schale ist intelligent, weiß, was sie will und wofür sie genutzt wird“, erklärt Niemann. In dem virtuellen Krankenhaus, das zu dem Modell gehört, können Ärzte und Schwester völlig ohne Papierakten arbeiten. „Nach der Visite wird per Tablet die Medikation eingegeben und die Maschine befüllt die Schale her“, erklärt Imiela. Doch das passiert rein virtuell.

Nicht für die Serienproduktion gedacht

Die Maschine ist nicht für die Serienproduktion gedacht, sondern wird rein für die Ausbildung genutzt. Das papierfreie Krankenhaus ist reine Theorie. „Die technische Möglichkeit besteht. Aber wollen Krankenhäuser das überhaupt?“, fragt Imiela. Für die Hochschule sei die Frage zweitrangig. Bis zu 16 Studenten können gleichzeitig an der durchdigitalisierten Modellfabrik testen und lernen, sie hat Kameras, Waagen, ist komplett vernetzt, alle Teilbereiche können voneinander unabhängig bearbeitet, die Energieeffizienz neu justiert werden. Die Herstellerfirma hat sie der Fakultät auf den Leib geschneidert. „Die Fabrik ist zudem schlecht gesichert, um IT-Security zu üben“, erklärt Niemann.

Von Wissenschaft zu Wirtschaft

Begeistert von der Modellfabrik zeigte sich die Staatssekretärin für Wissenschaft und Kultur Sabine Johannsen, die zur „Einweihung“ kam: Die Fabrik verbinde Wirtschaft und Wissenschaft: „Forschung ist dann besonders gut, wenn sie am Ende auch Arbeitsplätze schafft.“

Auch Hochschulpräsident Josef von Helden zeigte sich stolz. Zwar gebe es auch an anderen Universitäten Modellfabriken. Sie bringe der Hochschule aber dennoch ein mächtiges Alleinstellungsmerkmal, das weitere Studenten anlocken wird und nicht zuletzt Fördergelder rechtfertige.

Von Simon Polreich


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