Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Hochschule kauft Mini-Fabrik für 600 000 Euro
Hannover Meine Stadt Hochschule kauft Mini-Fabrik für 600 000 Euro
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 15.01.2018
12.1.2018 , Industrie 4.0, FOTO: Florian Petrow : Quelle: Florian Petrow
Hannover

Pillendosen. Sie sind sozusagen das Endprodukt der Modellfabrik. Doch natürlich nicht irgendwelche: „Die Produktion von korrekt gefüllten Medikamentenschalen für ein Krankenhaus wird nachgebildet“, erklären Professor Karl-Heinz Niemann und Professor Joachim Imiela, die wissenschaftlichen „Köpfe der Modellfabrik“.

Virtuelles Krankenhaus

Die Arbeit, die sonst ein Pfleger erledigt, übernimmt hier die Maschine. Und mehr noch: Sie stellt die Dosen her, befüllt ihre Fächer, versieht sie mit Codes sowie Patientendaten und recycelt sie hinterher. „Die Schale ist intelligent, weiß, was sie will und wofür sie genutzt wird“, erklärt Niemann. In dem virtuellen Krankenhaus, das zu dem Modell gehört, können Ärzte und Schwester völlig ohne Papierakten arbeiten. „Nach der Visite wird per Tablet die Medikation eingegeben und die Maschine befüllt die Schale her“, erklärt Imiela. Doch das passiert rein virtuell.

Nicht für die Serienproduktion gedacht

Die Maschine ist nicht für die Serienproduktion gedacht, sondern wird rein für die Ausbildung genutzt. Das papierfreie Krankenhaus ist reine Theorie. „Die technische Möglichkeit besteht. Aber wollen Krankenhäuser das überhaupt?“, fragt Imiela. Für die Hochschule sei die Frage zweitrangig. Bis zu 16 Studenten können gleichzeitig an der durchdigitalisierten Modellfabrik testen und lernen, sie hat Kameras, Waagen, ist komplett vernetzt, alle Teilbereiche können voneinander unabhängig bearbeitet, die Energieeffizienz neu justiert werden. Die Herstellerfirma hat sie der Fakultät auf den Leib geschneidert. „Die Fabrik ist zudem schlecht gesichert, um IT-Security zu üben“, erklärt Niemann.

Von Wissenschaft zu Wirtschaft

Begeistert von der Modellfabrik zeigte sich die Staatssekretärin für Wissenschaft und Kultur Sabine Johannsen, die zur „Einweihung“ kam: Die Fabrik verbinde Wirtschaft und Wissenschaft: „Forschung ist dann besonders gut, wenn sie am Ende auch Arbeitsplätze schafft.“

Auch Hochschulpräsident Josef von Helden zeigte sich stolz. Zwar gebe es auch an anderen Universitäten Modellfabriken. Sie bringe der Hochschule aber dennoch ein mächtiges Alleinstellungsmerkmal, das weitere Studenten anlocken wird und nicht zuletzt Fördergelder rechtfertige.

Von Simon Polreich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Seit gut einem Jahr bilden SPD und CDU die „Groko Regio“ in der Regionsversammlung. Die Zusammenarbeit läuft gut. Aber es stehen schwere Entscheidungen an, die die Harmonie zerstören könnten.

12.01.2018

Die Regiobus GmbH will den abgebrannten Betriebshof in Eldagsen nicht wieder aufbauen. Angeblich lehnt die Landesnahverkehrsgesellshaft die Förderung für den millionenteuren Bau ab. Das ist aber nur die halbe Wahrheit.

12.01.2018

Kulturdezernent Harald Härke geht in den vorzeitigen Ruhestand. Wie die NP erfahren hat, wird er das Rathaus schon am 31. März 2018 verlassen. Die Entscheidung ist offenbar am Freitagmorgen nach einem Gespräch mit Oberbürgermeister Stefan Schostok gefallen.

12.01.2018