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Meine Stadt Hitze-Chaos: Bahnkunden erhalten Reisegutscheine
Hannover Meine Stadt Hitze-Chaos: Bahnkunden erhalten Reisegutscheine
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16:34 13.07.2010
Chaos im Hauptbahnhof Hannover: Das THW verteilte dort am Montag Wasser an Hitze-Opfer der Bahn.
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Berlin. Wer gesundheitliche Beeinträchtigungen erlitten habe und ärztlich versorgt werden musste, solle einen Gutschein in Höhe von 150 Prozent des ursprünglichen Fahrpreises erhalten, teilte die Deutsche Bahn AG am Dienstag in Berlin mit. Inzwischen mehren sich die Rufe nach neuen Entschädigungsregelungen.

„Wir wollen uns nicht nur ausdrücklich bei unseren Kunden entschuldigen, sondern Wiedergutmachung leisten und das Vertrauen in die DB zurückgewinnen“, erklärte Bahn-Vorstand Ulrich Homburg. Demnach wird auch all jenen Passagieren eine Entschädigung angeboten, die „massive Komforteinschränkungen“ durch ausgefallene Klimaanlagen im ganzen Zug hinnehmen mussten. Sie erhalten 50 Prozent des ursprünglichen Fahrpreises. Einen entsprechenden Erstattungsantrag können die betroffenen Fahrgäste mit Vorlage ihrer Originalfahrkarte unter der E-Mail-Adresse hitzewelle@deutschebahn.com und über die unter www.bahn.de angegebene Telefonnummer oder Adresse stellen.

Am Wochenende war in drei ICEs die Klimaanlage komplett ausgefallen, weshalb zwei der Züge in Hannover und einer in Bielefeld geräumt werden mussten. Zahlreiche Schüler von zwei Schulen in Nordrhein-Westfalen kamen dehydriert ins Krankenhaus. Auch in weiteren Zügen fielen in einzelnen Waggons die Klimaanlagen aus.

Als Konsequenz fordern SPD und Grüne ein neues Entschädigungssystem. „Wir brauchen für Bahn- und Flugverkehr ein einheitliches, leicht verständliches und vor allem durchsetzbares Entschädigungssystem, das auch Bargeld vorsieht“, sagte der SPD-Fraktionsvize Ulrich Kelber dem Onlineportal des „Handelsblatt“. Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, Winfried Hermann (Grüne), forderte, das gesamte Entschädigungssystem auf den Prüfstand zu stellen. Es sei nicht länger zu tolerieren, dass bei den meisten Qualitätsmängeln der Bahn nur Kulanzregelungen greifen, sagte er „Handelsblatt“-Online. Entschädigungen müssten künftig über den Fall verspäteter Züge hinausgehen. Fahrgäste sollten dann wählen dürfen zwischen Gutscheinen oder Bargeld.

Bahnreisende hätten einen Anspruch auf zumutbare Beförderung, erklärte auch die verbraucherpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Caren Lay. Deshalb müsse es bei massiven Beeinträchtigungen des Reisestandards ähnlich wie bei Verspätungen Entschädigungen für Fahrgäste geben. Entsprechende Regelungen müssten zügig in die gesetzlichen Fahrgastrechte aufgenommen werden.

Der stellvertretende Vorsitzende und verkehrspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Patrick Döring, mahnte die Bahn, die technischen Probleme in den Griff zu bekommen. Die Mitarbeiter vor Ort müssten zudem besser auf den Umgang mit solchen Krisensituationen vorbereitet werden. Vorfälle wie an diesem Wochenende dürften sich auf keinen Fall wiederholen, erklärte er in Berlin.

Nach dem Hitzechaos durch den Ausfall der Klimaanlagen in zahlreichen ICEs ermittelt die Staatsanwaltschaft Bielefeld wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung und der unterlassenen Hilfeleistung gegen Unbekannt. Das Eisenbahnbundesamt hat zudem Untersuchungen eingeleitet, wie es zum Ausfall der Klimaanlage in mehreren Zügen kommen konnte. afp

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