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Bibliothek

Historische Bücher kommen nach Hannover

Die Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Bibliothek in Hannover hat heute offiziell die historischen Buchbestände aus Schloss Derneburg bei Hildesheim übernommen. Dazu gehören mehr als 900 Titel mit etwa 2000 Bänden. Sie entstanden nach Angaben der Leibniz-Bibliothek in der Zeit von der Aufklärung bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Hannover. Die Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Bibliothek in Hannover hat heute offiziell die historischen Buchbestände aus Schloss Derneburg bei Hildesheim übernommen. Dazu gehören mehr als 900 Titel mit etwa 2000 Bänden. Sie entstanden nach Angaben der Leibniz-Bibliothek in der Zeit von der Aufklärung bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts.

Die Derneburger Bibliothek gehörte einst dem hannoverschen Staatsminister Ernst Friedrich Herbert Graf von Münster (gestorben 1839). Um den historischen Bestand zu erhalten, gingen die Werke nun in den Besitz der Leibniz-Bibliothek über, hieß es. Bundesweit gelte die Derneburger Bibliothek als eine der wenigen erhaltenen adeligen Privat- und Gelehrtenbibliotheken jener Zeit. Die Sammlung besteht den Angaben zufolge hauptsächlich aus juristischer und historischer Literatur. Stark vertreten sind auch populäre Druckwerke zu Kirchengeschichte, Religion, Moral, Erziehung, Medizin, Naturwissenschaft und der protestantischen Erbauungsliteratur. So gewähre die Familien- und Arbeitsbibliothek Einblicke in die Interessen ihrer Sammler und die politischen Ideen ihrer Besitzer.

Die Familie Münster gehörte zu den einflussreichsten Familien des Königreichs Hannover in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der Graf erhielt das damalige säkularisierte Kloster Derneburg bei Hildesheim aufgrund seiner Verdienste im Widerstand gegen Napoleon vom späteren König Georg IV. Sein Sohn Georg Herbert ließ es zum Schloss im englisch-gotischen Tudorstil umbauen. Bis 1974 beherbergte Schloss Derneburg die Bücher, die zuletzt als Dauerleihgabe in der Villa Walshausen bei Hildesheim lagerten. Die Übernahme war durch die Förderung der VGH-Stiftung, der Kulturstiftung der Länder und der Klosterkammer Hannover möglich geworden.


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