Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Hindenburgstraße vor der Umbenennung
Hannover Meine Stadt Hindenburgstraße vor der Umbenennung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 16.07.2018
Das „geht nicht mehr“: Die Hindenburgstraße ist nach dem früheren Reichspräsidenten benannt, der Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannte. Quelle: Foto: Dröse
Hannover

Es gibt nicht viele Themen, bei denen Hannovers Bezirksräte das letzte Wort haben. Die Umbenennung von Straßen gehört dazu. Bei der Hindenburgstraße wird der Bezirksrat Mitte wohl von diesem Recht Gebrauch machen. Es gibt eine Mehrheit für das Vorhaben, den früheren Reichspräsidenten Paul von Hindenburg zu ersetzen.

Die SPD hatte die Umbenennung in der letzten Sitzung des Bezirksrates auf die Tagesordnung gesetzt, die Entscheidung wurde aber vertagt. Die SPD folgt mit ihrem Antrag einer Empfehlung der vom Rat eingesetzten Kommission, die den Auftrag hat, die NS-Vergangenheit sämtlicher Namensgeber von Straßen in Hannover zu durchleuchten.

SPD und Grünen fehlt eigene Mehrheit

Allerdings hat die SPD zusammen mit den Grünen seit den vergangenen Kommunalwahlen im Bezirksrat Mitte knapp keine Mehrheit mehr. Auch verlaufen die Abstimmungen in dem Gremium oft wenig berechenbar. Im Falle der Hindenburgstraße allerdings kommt wohl eine Mehrheit für eine Umbenennung zu Stande. Denn neben SPD und Grünen will auch der Linke Axel Hogh, dass Hindenburg vom Straßenschild verschwindet.

„Hindenburg hat diese Ehrung nicht verdient“, sagt Hogh. Mit Gegenwind, vor allem von Anwohnern der Straße, rechnet er. „Aber da muss man dann standhaft bleiben“, erklärt er. Auch Grünen-Fraktionschefin Julia Stock kündigt an, dass ihre Partei die Umbenennung befürworten werde. „Wir halten das für richtig“. Auch die parteilose Gunda Pollok-Jabbi findet, „dass Hindenburg nicht mehr geht“. Allerdings hätte sie lieber erst in Ruhe die geplante Umbenennung des Emmichplatzes abgeschlossen.

Abstimmung wird knapp ausfallen

In jedem Fall wird die Abstimmung im Bezirksrat nach der Sommerpause knapp ausfallen. Denn sowohl CDU als auch FDP und Pirat Jürgen Junghänel lehnen eine Umbenennung ab. Ihnen würde ein Schild reichen, das über die Vergangenheit Paul von Hindenburgs aufklärt. Die SPD will zwar eine Bürgerbeteiligung, allerdings soll es dabei nur um den neuen Namen gehen und nicht um die Frage, ob die Straße umbenannt werden soll.

Von C. Bohnenkamp

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!