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Meine Stadt Hindenburgstraße: Wer darf beim neuen Namen mitreden?
Hannover Meine Stadt Hindenburgstraße: Wer darf beim neuen Namen mitreden?
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00:20 26.10.2018
Umstritten: Die Umbenennung der Hindenburgstraße im Zooviertel. Unklar ist auch, wer bei der Suche nach einem neuen Namen mitreden soll. Quelle: Dröse
Hannover

Es bleibt dabei: Die Hindenburgstraße wird einen neuen Namen bekommen. Der Bezirksrat Mitte hat am Montagabend mehrheitlich gegen einen Antrag der CDU gestimmt, die den Beschluss zur Umbenennung von August rückgängig machen wollte und dabei auch Unterstützung von der FDP bekam. Geplant ist nun eine Bürgerbeteiligung. Fraglich ist allerdings, wer dabei mitreden darf.

Die SPD-Fraktion will das gesamte Zooviertel an der Suche nach einem neuen Namen beteiligen. Üblich ist bei Umbenennungen nur, dass die direkten Anlieger befragt werden. Das Problem: Im Antragstext, der beschlossen wurde, ist nur von einer Bürgerbeteiligung die Rede, nicht vom Zooviertel. „Es ist noch nicht klar, welche Bürger befragt werden sollen“, erklärte CDU-Bezirksratsherr Joachim Albrecht.

Streit um Hindenburg mit harten Bandagen

Auch die Grünen wollen noch genauer klären, wer zur Umbenennung befragt werden soll. „Über das Verfahren müssen wir noch reden“, sagte ihr Vertreter Fabian Feil. Die Stadt hingegen geht aktuell davon aus, dass eine Bürgerbeteiligung des Zooviertels beschlossen wurde. Denn dieser Wunsch der SPD tauchte zumindest in der Begründung auf. Und bei der Interpretation eines Antrages wird auch diese berücksichtigt.

Gestritten wurde mit harten Bandagen – und zum Teil auch fragwürdigen Argumenten. CDU-Bezirksratsfrau Katja Sommer behauptete, Hindenburg – der als überzeugter Monarchist galt – habe die Weimarer Republik retten wollen. Wahlwerbung mit seinem Gesicht auf Plakaten mit Adolf Hitler sei „gegen seinen Willen geschehen“. Und SPD-Mann Michael Sandow, der am Donnerstag ein solches Plakat bei einer Diskussion in der Friedenskirche gezeigt hatte, warf sie vor, NS-Propaganda fortzusetzen.

Kritik an der Umbenennung auch von SPD-Mitgliedern

Kritik an der SPD gab es auch aus den eigenen Reihen. Mitglieder des SPD- Ortsvereins Oststadt/Zoo, die nicht dem Bezirksrat Mitte angehören, sprachen sich gegen eine Umbenennung aus.

Ein weiterer Streitpunkt: Die Namenskommission, die 2015 die Umbenennung der Hindenburgstraße empfohlen hatte. CDU-Bezirksratsfrau Diana Rieck-Voigt zog deren Kompetenz in Zweifel, weil sich diese größtenteils nicht aus Historikern zusammensetze. Allerdings hatte sich auch die CDU 2013 für deren Einsetzung in dieser Form ausgesprochen. Für den Grünen Fabian Feil war die Kritik „ein starkes Stück“. Ihn erinnere das an „einige Politiker, die den Klimawandel leugnen“.

Von Christian Bohnenkamp

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