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Martina Thiewig, Mitarbeiterin der Heilsarmee, gibt Essen aus.

Martina Thiewig, Mitarbeiterin der Heilsarmee, gibt Essen aus.© Droese

Ökumenische Essensausgabe

Hilfe für Wohnungslose: "Bedarf ist größer geworden"

Seit knapp 30 Jahren gibt es die Ökumenische Essensausgabe für Wohnungslose und Bedürftige. Inzwischen kommen bis zu 300 Menschen täglich - der Bedarf ist gewachsen.

Hannover. Im Wintermantel sitzt Ute B. (Name geändert) am Tisch. Vor ihr steht ein dampfender Teller mit Knödeln, Rotkohl und Bratensoße. Sie kommt häufig zur Ökumenischen Essensausgabe bei der Heilsarmee, Am Marstall 25. Nicht nur weil das Essen gut ist. Es ist auch umsonst. Und die 72-Jährige hat einfach nicht genug Geld, um sich jeden Tag eine warme Mahlzeit leisten zu können.

"Spanne zwischen Arm und Reich ist größer geworden"

Seit 1988 gibt es die Ökumenische Essensausgabe bereits. Am Freitag begann die „Saison“ zum 30. Mal. Verpflegt werden Wohnungslose, von Altersarmut Betroffene, Bedürftige, wie Ute B. „Als wir damals angefangen haben, kamen gerade mal 15, 20 Bedürftige in den Turm der Neustädter Hof- und Stadtkirche St. Johannis“, erinnert sich Renate Mauritz. Sie war 1988 im Kirchenvorstand der Gemeinde, wo die Idee zur Essensausgabe entwickelt wurde.

Inzwischen kommen bis zu 300 Menschen täglich. „Der Bedarf ist gewachsen“, sagt Pastor Rainer Müller-Brandes, Leiter des Diakonischen Werks Hannover. Vermutlich nicht nur wegen der gestiegenen Bekanntheit der Essensausgabe: „Die Spanne zwischen Reich und Arm ist größer geworden, das sehen wir jeden Tag.“ 4000 Menschen seien schätzungsweise wohnungslos, etwa 400 schlafen derzeit draußen. Die anderen kommen in Einrichtungen unter. Gezählt habe sie aber nie jemand.

Die Ökumenische Essensausgabe musste also wachsen. Nach und nach kamen die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Hannover und von katholischer Seite die Pfarrgemeinde St. Heinrich und eben das Diakonische Werk als Träger dazu. Sie sammeln Geld für das rein aus Spenden finanzierte Langzeitprojekt. Als tatkräftige Unterstützer sind auch der Verein „Kochen für Obdachlose“ (KfO) und die Heilsarmee da­bei. Auch der Ort wechselte mehrfach – aufgrund des zu­nehmenden Platzmangels – von St. Johannis über die Caritasräume bei St. Clemens bis zum sonst als Kirche genutzten Raum der Heilsarmee.

Freiwillige Helfer sind gesucht

Etwa fünf bis sechs ehrenamtliche Helfer verteilen das Essen. In der Saison 2015/16 waren das 14 000 Mahlzeiten, für diese Saison (bis zum 10. März) rechnet man mit 16 000. Auch den Einkauf und Abwasch erledigen die Ehrenamtlichen. „Weitere freiwillige Helfer sind gerne gesehen“, sagt Pfarrer Johannes Lim von der Pfarrgemeinde St. Heinrich. Und ansonsten natürlich gern Spenden, damit weiterhin das Friederikenstift, KfO und die Nord/LB-Kantine Mahlzeiten beisteuern können. Eine warme Mahlzeit am Tag – für Menschen wie Ute B. keine Selbstverständlichkeit.

Die Ökumenische Essensausgabe ist montags bis sonnabends von 11 bis 13 Uhr. Weitere Informationen unter 0511/99 04 00 oder über die Internetseiten der Träger.

Simon Polreich


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