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Meine Stadt Hier wohnte der mutmaßliche Mörder Deniz A.
Hannover Meine Stadt Hier wohnte der mutmaßliche Mörder Deniz A.
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06:15 16.11.2012
In diesem Ahlemer Wohnblock lebte der mutmaßliche Mörder von Christa H. Quelle: Mahrholz
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Hannover

Vergangenen Freitag gegen 19.30 Uhr: Deniz A. kommt nach Hause. Vor der Tür fangen ihn Polizisten ab und nehmen ihn fest. Die Beamten sagen ihm, dass sie in der Wohnung  der toten Christa H. ein Haar von ihm gefunden haben. Gegen den Türken, der bis Juni beim Mordopfer im Hochhaus Große Pranke (Marienwerder) wohnte, ergeht Haftbefehl.

An seiner neuen Anschrift an der Krugstraße ahnte niemand, dass Deniz A. der Mörder der Rentnerin sein könnte. Und niemand weiß etwas von der Vergangenheit des 37-Jährigen, der 1997 schon einen Menschen getötet hatte. Für den sogenannten „Schwulenmord“ an einem Portier war er zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Eine Nachbarin berichtet, dass Deniz A. und seine Ehefrau erst im Sommer in die Wohnung in Ahlem gezogen sind. „Sie war hochschwanger“, so die Mitbewohnerin. Vor etwa vier Wochen kam das Kind zur Welt – ein Junge.

Rund um den Geburtstermin könnte der 37-Jährige Christa H. in ihrem Badezimmer erschlagen haben. Die Polizei geht von einem Raubmord aus. Der Türke soll mit einer anderen Frau  einen weiteren Jungen haben. Er sei im Kindergartenalter und habe den Vater ab und zu besucht.

Deniz A. meidet den Kontakt zu den Nachbarn. „Es wirkte immer, als sei er auf der Flucht“, so eine Bewohnerin. Vermutlich nimmt der 37-Jährige Drogen. „Im Sommer hat er auf dem Balkon gekifft, das haben wir gerochen“, erinnert sich eine weitere Nachbarin. Die Nachricht, dass sie wochenlang mit einem mutmaßlichen Mörder unter einem Dach lebte, schockiert die Hannoveranerin: „Ich bin platt.“

Die Familie des Tatverdächtigen auch. Seine nächsten Angehörigen haben vor etwa drei Jahren mit Deniz A. gebrochen, so sein Vater gestern auf Anfrage der NP: „Wir haben keinen Kontakt mehr zu ihm.“ Dass sein Sohn erneut ein Tötungsdelikt begangen haben könnte und in U-Haft ist, habe er auch nur „aus der Presse erfahren“. Und: „Ich wünsche niemandem, der Kinder hat, dass er das mitmachen muss, was wir erlebt haben“,  sagt der Vater.

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