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Baustelle

Hauptbahnhof Hannover: Sanierung dauert 13 Jahre

Gut 157 Millionen Euro Kosten und eine Bauzeit von 13 Jahren: Hannovers Hauptbahnhof steht vor eine Mega-Sanierung. Über die nötige Erweiterung um zwei Gleise ist dabei noch nicht entscheiden.

Hannover. 157 765 000 Euro – so viel wird nach bisheriger Schätzung die Sanierung des Hauptbahnhofs Hannover kosten. Die Arbeiten sollen 2019 beginnen und dauern voraussichtlich 13 Jahre. „Allein die Planung der Sperrpausen hat einen Vorlauf von drei Jahren“, sagt Bahn-Sprecher Egbert Meyer-Lovis.

Warum ist der Mega-Bau nötig, wo doch erst für die Weltausstellung 101,5 Millionen Euro in die Sanierung des Bahnhofs geflossen sind? Die Antwort zeigt jeder Starkregenguss. In der ebenerdigen Geschäftszeile stehen dann Pfützen. Die Gleisanlagen, technischen Ausrüstungsge­werke, Bahnsteige und Brücken­bauwerke darüber müssen erneuert werden.

Dass das ein gewaltiger Kraftakt ist, liegt daran, dass Hannovers Hauptbahnhof auf sage und schreibe 59 Brücken ruht. Der erste Bau, 1845 bis 1847 entstanden nach den Plänen von Georg Friedrich Ludwig Laves, erfüllte sehr schnell seine Anforderungen nicht mehr. 1876 bis 1879 lief der von Hubert Stier vorgeschlagene Umbau. Noch heute vorbildlich war seine Idee, die Schienen über das Straßenniveau zu lege, die Gleise also auf Brücken zu bauen. Es heißt, dass die Reparationszahlungen des Landes Frankreich mit diesen großen Wurf ermöglichten. Immerhin lagen die Baukosten schon damals bei 12,7 Millionen Mark für Gebäude und 22,5 Millionen Mark für die Gesamtanlage.

Mittlerweile sind die Gleiströge über dem Mitteltunnel in die höchste Schadensstufe eingruppiert. Statiker hatten entdeckt, dass die Brücken marode sind, auf denen die Schienenstränge und Bahnsteige liegen und die die Promenade überspannen.

Im laufenden Betrieb – und das heißt bei täglich 250 000 Bahnhofsbesuchern und Reisenden und etwa 750 verkehrenden Zügen, sollen diese Brücken ausgetauscht werden. Eine detaillierte Bauplanung und langfristige Beantragung von Sperrpausen sei unumgänglich, so Meyer-Lovis.

Der Hauptbahnhof Hannover ist eine der bedeutendsten Verkehrsknotenpunkte Deutschlands. Drei der neun wichtigsten europäischen Bahnstrecken führen durch die Region Hannover. Damit sich Verbesserungen im Zugverkehr realisieren lassen und man für noch mehr Nachfrage gerüstet ist, wünschen sich Region und Land seit langem zwei zusätzliche Gleise. Regionspräsident Hauke Jagau und die damalige Staatssekretärin Behrens versuchten schon, dafür von der EU Mittel zu bekommen. Inzwischen hat das Bundesverkehrsministerium das Projekt Gleise 15/16 im Rahmen des Bundesverkehrswegeplanung an sich gezogen.

Von Vera König


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