Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Hartz IV statt Luxus: Sozialbetrügerin vor Gericht
Hannover Meine Stadt Hartz IV statt Luxus: Sozialbetrügerin vor Gericht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:15 17.05.2018
Anzeige
Hannover

Eben mal zum Shoppen nach Miami fliegen. Die neuesten Sachen von Prada tragen: Suzana L. (41) stand auf der Sonnenseite des Lebens. Heute liegt ihre Existenz in Trümmern. Sie muss bei ihrer Mutter leben, weil sie keine Wohnung mehr hat. Der Vater ihrer Kinder sitzt wegen Drogenhandels acht Jahre im Gefängnis. Nun wurde die attraktive Frau mit den blondierten Haaren als Sozialbetrügerin verurteilt.

Bewährung und gemeinnützige Arbeit

Amtsrichter Olaf Wöltje bestrafte die Angeklagte am Donnerstag mit elf Monaten Haft auf Bewährung. "Menschen wie Sie stellen das Sozialsystem in Frage", meinte der Richter. Die Frau hatte gestanden, Arbeitslosengeld II und Wohngeld kassiert zu haben, während auf ihren serbischen Konten 296 000 Euro lagen. So betrog sie das Job-Center und die Stadt Hannover um 48 412 Euro. Der wahre Schaden liegt bei 86 000 Euro. Das fordern die Behörden auch zurück. Aber in strafrechtlicher Hinsicht ist der Sozialbetrug vor März 2010 verjährt. Von 2008 bis 2014 kassierte Suzana L. Geld vom Staat.

Abwesend und planlos

Die langen Haare zum Pferdeschwanz gebunden und Kaugummi kauend sitzt Suzana L. auf der Anklagebank. Sie wirkt gelangweilt. Der blaue Steppanorak, den sie die ganze Zeit anbehält, wirkt wie ein Panzer. Nur nichts an sich herankommen lassen, drückt ihre Körpersprache aus. Mit ihrer hellen, mädchenhaften Stimme sagt sie vor dem Urteil: "Es tut mir einfach nur leid." Glaubhaft wirkt das nicht.

Die Frau lebt derzeit vom Unterhaltsvorschuss für ihre Kinder. Sie hat keine Ausbildung. "Ich habe noch keine Idee, was ich arbeiten möchte", sagt sie dem Richter. Als Bewährungsauflage erhielt sie 350 Stunden gemeinnützige Arbeit.

Burn-Out und Depressionen

Ob sie das schaffen wird? Suzana L. hat sich selbst unter Betreuung stellen lassen. Der Helfer kümmert sich um gesundheitliche Fragen und Behördengänge der Frau. Vermögensverwaltung gehört nicht zu seinen Aufgaben. Der Staat bezahlt den Betreuer. Von dem mutmaßlichen Drogengeld sei nichts mehr übrig, hat Suzana L. den Behörden erzählt. Ein Facharzt hat der Frau ein Burn-Out und Depressionen attestiert. Die Achterbahnfahrt des Lebens muss die Frau wohl heftig in Mitleidenschaft gezogen haben.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Unbekannte haben in der Nacht zu Donnerstag Anti-Nazi-Parolen auf die Limmerstraße gesprüht. Die Polizei leitete ein Verfahren wegen Sachbeschädigung ein.

17.05.2018

Dieser Lauf hat einen echten Lauf – 1300 Menschen beteiligten sich am Mittwoch am bereits 15. Suchthilfelauf der Hilfsorganisation Step um den Maschsee. So viel wie nie zuvor.

16.05.2018

Richtig mit Geld umgehen können selbst Erwachsene nicht immer. Doch vier Schüler des Gymnasiums Limmer aus der 6b haben die Budgetplanung im Griff. Sie stehen nun im Finale eines bundesweiten Wettbewerbs.

16.05.2018
Anzeige