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Tiere

Happy End für Gibbons Blindi und Benjamin

Es gibt tierische Schicksale, die auch dem Menschen sehr ans Herz gehen. So wie die Schicksale von Benjamin und Blindi. Benjamin, gerade mal zweieinhalb Jahre alt, der Unterarm irgendwann mal gebrochen und nicht richtig zusammengewachsen. Blindi, fünfeinhalb Jahre alt, dessen Name Programm ist, weil er den grauen Star hat. Wahrscheinlich seit seiner Geburt.

Hannover. Wer in der freien Wildbahn oder im hannoverschen Zoo schon mal Gibbons gesehen hat, weiß, dass diese putzigen Tiere sehr bewegungsfreudig sind. Einschränkungen durch Frakturen oder Linsentrübungen quälen die Weißhandgibbons Benjamin und Blindi, die mit ihrem Papa Ben in einem kleinen Tierpark hausen. Irgendwann greifen die Behörden ein, die drei Affen werden dort herausgeholt und in die Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen (Landkreis Schaumburg) gebracht. Die Tierschützer dort setzen sich mit der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) in Verbindung – und nun, zum guten Schluss, ist Blindis Name nicht mehr Programm. Bald kann er seinen – ebenso quietschfidelen – Bruder Benjamin sehenden Auges durch die Bäume jagen.

Beide Affen wurden operiert und sind nicht nur auf dem Weg der Besserung, sondern bereits eine Woche nach ihren Eingriffen wieder sehr bewegungsfreudig. Während der Bruch von Benjamin in der TiHo von Professor Michael Fehr gerichtet und mit einer Platte und Schrauben stabilisiert wurde, holte man für Blindis OP sogar einen Humanmediziner hinzu. Professor Burkhard Wiechens und Meghana Varde aus der Augenklinik im KRH-Klinikum Nordstadt entfernten in einer mehrstündigen Operation die in beiden Augen veränderten Linsen des Weißhandgibbons und ersetzten sie durch künstliche Linsen.

Und siehe da: Bereits am Tag nach der Operation zeigte Blindi wieder Appetit und ließ sich auch seine Arznei geben. Florian Brandes, Chef der Wildtierstation, berichtet nach ein paar Tagen: „Er wird immer munterer, hält die Augen offen, und es scheint, als ob er seine Umgebung und die Gegenstände beobachtet, er reagiert auf Bewegung und bewegt sich mit einer Geschwindigkeit durch das Gehege, die wir vor der Operation nie beobachten konnten.“ Über Bruder Benjamin berichtet er ebenfalls Gutes: „Schon am nächsten Tag benutzte der Gibbon seinen operierten Unterarm. Bis jetzt zeigt er eine ungestörte Bewegungsaktivität.“

Ende gut, alles gut? Wahrscheinlich. Wenn die Affen richtig fit sind, ziehen sie noch einmal um – in ein extra für sie gebautes und vor allem artgerechtes Gehege in einem Tierpark in den Niederlanden.


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