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Meine Stadt Hanovers Alter bleibt ungeklärt - Experten wollen graben
Hannover Meine Stadt Hanovers Alter bleibt ungeklärt - Experten wollen graben
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00:16 16.11.2013
SPANNENDE GRABUNGEN: An der Roßmühle am Hohen Ufer suchen derzeit Archäologen nach Spuren von Hannovers Geschichte. Quelle: Rainer Droese
Hannover

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Hannover um das Jahr 1150. Handfeste archäologische Beweise dafür fehlen jedoch – sie könnten am Hohen Ufer liegen. Bis in eine Tiefe von 3,50 Meter muss das Unternehmen Helma die Grabungen bezahlen. Helma will auf dem Gelände an der Roßmühle – möglichst bald – eine Tiefgarage und Wohnhäuser bauen. Darüber hinaus müsste das Land die Kosten tragen. Doch das ziert sich. Zum Ärger der Historiker.

Foto: Rainer Dröse

„Das ist augenblicklich die einzige Möglichkeit, stadtarchäologisch weiterzukommen“, sagt Carl-Hans Hauptmeyer, Experte für Regionalgeschichte. Viel spreche dafür, dass man bei den Grabungen „bis ins 11. Jahrhundert“ vorstoßen könne. Zudem besage eine Theorie, dass am Hohen Ufer der Ursprung Hannovers liegt: „Eine einzigartige Chance.“

Auch der Bauhistoriker Sid Auffarth kritisiert, dass man „aus Sachzwängen die Chance auf ganz frühe Funde verstreichen lässt“. Er vermutet, dass sich im Bereich der Stadtmauer noch Reste eines noch älteren Palisadenzauns befinden könnten. „Dazu müsste man aber tiefer als 3,50 Meter gehen“, so Auffarth. „Sollte sich ein Finanzier für ein solches Projekt finden und der Bauherr hätte zeitlich noch Luft, könnte man darüber nachdenken“, sagt Henning Haßmann vom zuständigen Landesdenkmalamt. Die Zeit, die ein solches Projekt beanspruchen würde, sei angesichts der Planungen jedoch „nicht vertretbar“.

Zudem will Haßmann auch „Originalsubstanz für kommende Generationen erhalten“. Der Archäologe geht davon aus, dass dann neue Technik zur Verfügung stehen wird, mit der mehr herausgefunden werden kann. Für den Historiker Hauptmeyer ist das jedoch „auch ein Schutzargument“. Er bemängelt, dass es in Hannover „keine wirkliche Altstadtarchäologie“ wie zum Beispiel in Göttingen und Lübeck gebe.

Immerhin: Den tatsächlichen Verlauf der Stadtmauer wollen die Archäologen noch bestimmen – und zwar „ohne Eingriff in den Boden“, mit modernen „geophysikalischen Methoden“, betont Haßmann, für den der Erkenntnisgewinn durch die Grabungen am Hohen Ufer schon jetzt „deutlich über dem liegt, was wir erwartet haben“.

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