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Meine Stadt Hannovers neue Blitzer: Abzocke oder Notwendigkeit?
Hannover Meine Stadt Hannovers neue Blitzer: Abzocke oder Notwendigkeit?
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00:16 01.03.2016
Wer rast, wird geblitzt: Die zwei Säulen an der Vahrenwalder Straße kosteten zusammen 160 000 Euro. Foto: Petrow
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Hannover

Sie stehen gerade einmal vier beziehungsweise fünf Wochen – doch die bisherige Bilanz der neuen Blitzanlagen der Stadt ist beachtlich. Seit dem ersten Einsatz am 19. Januar haben die beiden Geräte an der Bornumer Straße (Bornum) stolze 10 700 Erinnerungsfotos gemacht. Die Radarkontrollen hier sind besonders tückisch: Sie blitzen nicht nur jene, die in der Tempo-50-Zone zu sehr rasen – sondern auch jene, die bei Rot fahren. Kosten für die Erweiterung (bisher wurden nur Rotsünder stadtauswärts geblitzt): 150 000 Euro.

An der Vahrenwalder sind zwei Säulen nahe dem Wasserturm aufgestellt worden –
für jeweils 80 000 Euro. Sie sind eine Woche später in Betrieb gegangen, am 26. Januar. Auch hier dürften die Kosten bald wieder drin sein. 6700 Anwärter auf ein Bußgeld gibt es bereits. Ob wirklich alle außerhalb des Toleranzbereiches waren, ist noch nicht ausgewertet. Die meisten dürften aber mit einem Bußgeldbescheid rechnen.

„Am Anfang sind die Zahlen bei neuen Anlagen immer recht hoch“, sagt Stadtsprecher Udo Möller. Dann setze recht bald ein Gewöhnungseffekt ein. Trotzdem schimpfen Betroffene immer wieder auf die Geldmacherei der Verwaltung. „Dieser Vorwurf steht immer im Raum“, sagt Möller, „wir stellen aber nur dort Anlagen auf, wo nachgewiesen Unfallschwerpunkte sind oder immer zu schnell gefahren wird.“ Das geschehe auch nicht nur nach dem Willen der Stadt, sondern immer in Absprache mit der Polizei. „Sowohl an der Vahrenwalder als auch an der Bornumer Straße sind viele Menschen mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs“, erklärt Möller.

Um auch kurzfristig auf solche Situationen reagieren zu können, plant die Stadt weiterhin die Anschaffung einer zusätzlichen mobilen 
Blitzanlage. Vergangenes Jahr wurde dafür ein futuristisch anmutendes Gerät getestet (NP berichtete) – ob es das 150 000-Euro-Teil wird, ist noch nicht entschieden, so der Stadtsprecher.

Der ADAC kann die Einrichtung der zwei neuen Anlagen an der Vahrenwalder und der Bornumer nachvollziehen. „Die Leute sind an beiden Orten zu schnell unterwegs, das ist eine Regelverletzung, darüber braucht man nicht zu diskutieren“, sagt Sprecherin Christine Rettig. Die Zahl der Rotlichtverstöße habe zudem zugenommen – „wer über rote Ampeln fährt, muss damit rechnen, dass er das im Portemonnaie spürt.“

Sebastian Scherer

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