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Meine Stadt Hannovers Rathaus: Fassade wird richtig teuer
Hannover Meine Stadt Hannovers Rathaus: Fassade wird richtig teuer
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00:18 03.02.2018
Wie ein Riesenpflaster: Die Südfassade des neuen Rathauses ist schon lange eingerüstet.   Quelle: Foto: Schaarschmidt
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Hannover

 Das wird erheblich teurer als ursprünglich angenommen: Die Sanierung der Fassaden am Neuen Rathaus soll nach neuen Berechnungen der Stadt 7,2 Millionen statt der ursprünglich veranschlagten knapp drei Millionen Euro kosten – also locker mehr als das Doppelte.

Das hat die Opposition im Rat auf den Plan gerufen. „Eine derartige Kostenexplosion überrascht mich dann doch sehr“, sagt Jens Seidel, Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion, in einer Pressemitteilung.

Ein Grund: Verzögerungen bei den Bauarbeiten

Die Gründe dafür sind einer Drucksache zu entnehmen. So seien die Schädigungen großer Teile der Fassade nach eingehender Begutachtung „sehr viel gravierender als ursprünglich eingeschätzt“ – zunächst sei die Fassade lediglich von einem Hubsteiger aus inspiziert worden. Zur Kostensteigerung hätten auch Verzögerungen bei den Bauarbeiten beigetragen. Die hätten sich beispielsweise daraus ergeben, dass die statischen Notwendigkeiten einen aufwendigeren Gerüstbau nötig gemacht hätten als erwartet. Überdies habe auch die Freiluft-Aufführung der Oper „Rigoletto“ im vergangenen Sommer die Bauzeit verlängert. Zudem seien „die Baumaßnahmen regelmäßig mit dem laufenden Rathaus-, Kindergarten- und Gartensaalbetrieb abzustimmen“. Immerhin: Läuft jetzt alles nach Plan, ist der Mittelteil der Südfassade bis zum April dieses Jahres, die Außenseiten bis Frühjahr 2020 fertig.

Aber danach geht es noch lange weiter: Als nächster Bauabschnitt ist die Westfassade mit dem Hauptturm geplant, dann die Ostfassade und schließlich auch noch die Nordfassade am Trammplatz vorgesehen. Zudem stehe eine allgemeine Modernisierung an, die die energetische Sanierung, den Brandschutz und die Sicherheit, die Barrierefreiheit, den Küchenbetrieb, die Ausstattung von Büros und Sälen sowie Maßnahmen im Außenbereich und im Untergrund betreffen würden. Unterm Strich würden dafür „in den kommenden zehn Jahren ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag aufzuwenden sein“, prognostiziert die Stadt.

CDU kritisiert Schostoks Informationspolitik

Besonders letzteres verärgert die CDU. Von Sanierungen im Inneren des Rathauses sei bisher nie die Rede gewesen, also „von Küchen, Büros und Brandschutz“, so Seidel. „Und nun rechnet man sogar mit einem zweistelligen Millionenbetrag in den nächsten Jahren? Unglaublich!“ Seidel kritisierte erneut die Informationspolitk von OB Stefan Schostok. Aus seiner Sicht „sind wieder einmal zahlreiche Punkte noch ungeklärt“. Der CDU-Fraktionschef kündigte zu diesem Thema eine Ratsanfrage an.

Von Michael Lange

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