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Meine Stadt Hannovers Lehrer fordern ein neues Gymnasium
Hannover Meine Stadt Hannovers Lehrer fordern ein neues Gymnasium
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00:15 09.03.2013
Winfried Baßmann Quelle: Piepho-Schwien

Im Gesprächskreis der Oberstudiendirektoren der Gymnasien und auf der letzten Sitzung des „Arbeitskreises Schulentwicklungsplanung“ hat die Stadtverwaltungsspitze das Thema eines weiteren Gymnasiums in Hannover vorgestellt. Welche Aspekte wurden angesprochen?
Zum einen die Bevölkerungsentwicklung in der Stadt. Seit einigerZeit gibt es ja einen deutlichen Trend, dass immer mehr Menschen - vor allem junge Familien - vom Land in die Stadt ziehen. Im Unterschied zu vielen Regionen des Flächenlandes Niedersachsen nimmt in Hannover die Einwohnerzahl stetig zu. In sechs Jahren wird die Zahl der Schulanfänger rund 15 Prozent höher sein als heute.

Was bedeutet das für die Gymnasien in Hannover?
Seit Jahren gibt es eine zunehmende Zahl von Eltern, die ihre Kinder nach der Grundschule an einem Gymnasium anmelden. Das ist eine Abstimmung mit den Füßen, aus der das Gymnasium als die mit Abstand stärkste Schulform hervorgeht. Der Trend geht weiter: Entschieden sich vor ein paar Jahren noch 48 Prozent der Schüler für den Übergang ans Gymnasium, so liegen wir mittlerweile deutlich bei über 50 Prozent mit weiterer Tendenz nach oben. In wenigen Jahren ist mit einer Übergangsquote von 55 Prozent an das Gymnasium zu rechnen.

Reichen dafür die bestehenden Kapazitäten der 16 Gymnasien aus?
Eindeutig nein! Die derzeit 67 Züge unserer Gymnasien sind gut gefüllt und am Rande ihrer Aufnahmekapazität. Es geht nicht um ein oder zwei zusätzliche Züge, die vielleicht irgendwo angegliedert werden könnten, sondern um eine Dimension von vermutlich sechs bis acht Zügen.

Aus der CDU-BezirksratsfraktionMitte wurde die Befürchtung geäußert, ein alteingesessenes Gymnasium könnte im Zuge von Neubauplänen geschlossen werden.
Das ist absoluter Quatsch! Genau das Gegenteil ist der Fall: Alle Gymnasien sind ausgelastet; zusätzlich muss weiterer Schulraum geschaffen werden. Die Stadt muss bald entscheiden, ob ein vorhandenesGebäude umgewidmet oder ein Neubau errichtet werden soll. Wichtig ist uns, dass anstehende Sanierungsvorhaben darüber nicht vernachlässigt werden.

Wo könnte denn der Standort für ein neues Gymnasium sein?
Auf keinen Fall in der Innenstadtoder entlang der Maschsee-Schiene. Aus meiner Sicht kommt für diesen Fall nur ein Standort im Westen Hannovers in Frage.

Haben neuere schulpolitische Entwicklungen Einfluss auf die Planungsüberlegungen?
Ja. Ich erinnere nur an die Senkung der Klassenfrequenzen. In der Koalitionsvereinbarung wird die Notwendigkeit weiterer Reduzierungen der Klassengrößen angesprochen. Auch die Inklusion mit der Doppelzählung behinderter Schüler und zusätzlichen Förderräumen wird die Schülerzahl in den Klassen verringern. Und schließlich hat die neue Landesregierung eine ergebnisoffene Prüfung von G8/G9 angekündigt - eine mögliche Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium würde zwingend die Schaffung weiteren gymnasialen Schulraums in Hannover nach sich ziehen.

Wie müssen die nächsten Schritte aussehen?
Die Schaffung zusätzlichen Schulraums für Gymnasialschüler muss von der Verwaltung mit hoher Priorität verfolgt werden. Die Stadt muss schnell ihre Schulentwicklungsplanung überarbeiten und verlässliche, belastbare Zahlen vorlegen. Und die Gymnasialleiter bestehen darauf, in den Planungsprozess einbezogen zu werden.

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